363.000 Menschen bezogen Leistungen

Ausgaben für Asylbewerber um 61 Prozent gestiegen

Wiesbaden - Im vergangenen Jahr haben rund 363.000 Menschen in Deutschland Asylbewerberleistungen bezogen. Das ist ein Zuwachs von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Damit erhöhte sich die Zahl der Leistungsbezieher seit 2010 zum fünften Mal in Folge.

38 Prozent der Leistungsempfänger - insgesamt gut 139.000 - kamen 2014 aus Europa. Die Hälfte davon hatte einen serbischen, kosovarischen oder montenegrinischen Pass oder stammte aus deren Vorgängerstaaten. 18.000 Hilfebezieher stammten aus der Russischen Föderation und 14.000 aus Mazedonien. Weitere 38 Prozent der Menschen, die Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhielten, kamen aus Asien. Bei den knapp 138.000 Leistungsbeziehern handelte es sich vorwiegend um Syrer (41.000) und Afghanen (22.000). 20 Prozent der Hilfeempfänger kamen aus Afrika und bei vier Prozent war die Herkunft ungeklärt oder nicht bekannt.

Gut ein Drittel aller Leistungsberechtigten waren 2014 noch nicht volljährig. Die Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sollen den Lebensbedarf an Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des Haushalts vorrangig in Form von Sachleistungen decken. Für persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens wird zusätzlich ein monatlicher Geldbetrag gezahlt. Bei den Grundleistungen gab es mit einem Zuwachs von 71 Prozent die höchste Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Neben den Regelleistungen können besondere Leistungen in speziellen Bedarfssituationen gewährt werden, etwa bei Krankheit, Schwangerschaft oder Geburt. 2014 erhielten 115.000 Menschen solche besonderen Leistungen.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen 2014 die staatlichen Ausgaben für Asylbewerberleistungen um rund 58 Prozent auf fast 2,4 Milliarden Euro brutto. Angesichts der hohen Zahl an Flüchtlingen in diesem Jahr rechnet die Bundesregierung erneut mit deutlichen Mehrkosten.

AFP

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