Bedürfnisse befriedigen

Wissenschaftler: Das wollen Grusel-Clowns erreichen

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Grusel-Clowns wollen ihre Bedürfnisse befriedigen.

Mannheim - Seit Wochen sind die Grusel-Clowns unterwegs. Doch was steckt hinter den Motiven der unheimlichen Verkleideten? Ein Wissenschaftler hat eine Vermutung.

Update vom 26. Oktober 2016: Auf Whatsapp kursiert derzeit eine Kettenmail, die vor einer „Säuberung“ warnt, die Horror-Clowns an Halloween planen. Das sagt die Polizei zur Horror-Clown-Nachricht.

Hinter den Attacken durch Grusel-Clowns stecken zum Teil sadistische Absichten. Sie seien „ein völlig neues Phänomen, das Grenzen - auch strafrechtlicher Art - überschreitet“, sagte Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, der Tageszeitung „Mannheimer Morgen“ (Dienstag). In vielen Fällen sei der Straftatbestand der Drohung, der Nötigung oder sogar der Körperverletzung erfüllt. Nach Dreßings Einschätzung sind unter den Grusel-Clowns auch destruktive Menschen mit sadistischen Motiven.

„In allen Beispielen wird Macht über eine andere Person ausgelebt.“ Es sei charakteristisch, dass die Machtausübung über vermeintlich Schwache wie Kinder und Ältere geschieht. Dreßings Botschaft lautet: „Wer das heute macht, muss wissen, dass er damit ein Straftäter wird.“

Professionelle Clowns: „Das sind wirre Menschen“

Professionelle Clowns sorgen sich um ihren guten Ruf.  „Grusel-Clowns sind keine Clowns. Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen auf diese armselige Art ausleben wollen“, heißt es in einer Mitteilung des Dachverbands Clowns in Medizin und Pflege Deutschland. „Sie sind weder komisch noch beeindruckend, sondern ein grotesker Abklatsch einer zutiefst menschlichen, positiven Freude an der Anarchie.“

In den USA und zahlreichen anderen Ländern machen Grusel-Clowns schon seit einiger Zeit die Straßen unsicher - zuletzt mehrten sich auch Berichte über Grusel-Clowns in Deutschland. Als Videos tauchen die makabren Streiche oft im Internet auf. Inzwischen ist es selbst Stephen King zuviel. Der US-Horrorautor hatte mit dem Roman „Es“, in dem der böse Clown Pennywise reihenweise Kinder tötet, 1986 einen Bestseller gelandet. King schrieb diesen Monat auf Twitter: „Liebe Leute, macht endlich mal halb lang mit dieser Clown-Hysterie. Die meisten von ihnen sind gut, heitern Kinder auf und bringen Menschen zum Lachen.“

dpa

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