Blutbad in Nordfrankreich

73-Jähriger erschießt Baby und drei Erwachsene

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Bei einer Schießerei in Roye in Nordfrankreich sind am Dienstag vier Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt worden.

Paris - Bei einer Schießerei in Nordfrankreich sind am Dienstag vier Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Auch ein sechs Monate altes Baby starb bei dem Verbrechen.

In einem südöstlich von Amiens gelegenen Lager von Sinti und Roma erschoss ein 73-Jähriger drei Mitglieder einer Familie und einen Polizisten. Unter den Toten ist ein neun Monate altes Baby, der Schütze verletzte zudem ein dreijähriges Kind und einen weiteren Polizisten. Innenminister Bernard Cazeneuve sprach am Mittwoch von "niederträchtiger Gewalt".

Die Bluttat ereignete sich am Dienstagnachmittag in einem Lager am Rande der Gemeinde Roye: Nach einem Streit eröffnete der 73-jährige und offenbar betrunkene Bewohner des Lagers mit einem Jagdgewehr das Feuer. Er tötete den Behörden zufolge eine 19-jährige Mutter, ihr Baby und ihren Schwiegervater. Das genaue Motiv für die Tat war zunächst unklar.

Der Mann, der mit seinen Opfern nicht verwandt war, aber „im weiteren Sinne“ ebenfalls zur Gemeinschaft der „Fahrenden“ gehört haben soll, feuerte auch auf herbeigeeilte Polizisten. Ein 44-jähriger Beamter erlag später seinen schweren Verletzungen, ein 26-jähriger Kollege wurde verletzt. Bei der Schießerei mit den Polizisten wurde der Angreifer selbst schwer verletzt. Sein Zustand wurde nach einer Operation als "stabil" beschrieben. Operiert wurde auch der verletzte dreijährige Sohn der getöteten Mutter, auch sein Zustand war stabil.

Frankreichs Politiker schockiert

Innenminister Cazeneuve reiste am Dienstagabend nach Amiens und besuchte die Verletzten und die Angehörigen der Toten. „Ich habe eine gebrochene Familie gesehen, zusammengesackt und unter Schock.“ Er sprach von einem "absolut dramatischen" Vorfall und einem "kaltblütigen" Angriff. Am Mittwoch sagte er im Sender France Inter eine umfassende Aufklärung der Tat zu. "Ein junger Mann hat seinen Vater, seine Partnerin, sein Baby verloren", sagte der Minister. "Da sind viele Gefühle, auch Wut."

Präsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls äußerten sich ebenfalls schockiert über die Gewalttat in dem Lager und drückten den Hinterbliebenen und Verletzten ihr Mitgefühl aus. Hollande würdigte "den Mut und den Einsatz" der beiden Polizisten.

Vize-Bürgermeister: "Das Zusammenleben war gut"

Nach der Schießerei war die Stimmung rund um das Lager an der Autobahn zwischen Paris und Lille stark angespannt. Unter anderem versuchte ein Auto eine Absperrung zum Lager zu durchbrechen, zwei Journalisten wurden am Rand des Lagers angegriffen. Später beruhigte sich die Lage.

Den Behörden zufolge wohnen in dem Lager seit mehreren Jahren rund 40 Menschen in Wohnwagen. Bisher habe es keine Probleme gegeben, hieß es. "Das Zusammenleben war gut", sagte der Vize-Bürgermeister von Roye, Pascal Delnef. Der Platz für die Wohnwagen selbst war zur Zeit für Arbeiten geschlossen, mehrere Familien hatten ihre Wagen aber direkt daneben abgestellt.

AFP/dpa

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