Chefarzt gibt Auskunft

Höhlenforscher: So geht es ihm nach der Rettung

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Der Höhlenforscher (l.) mit Chefarzt Herbert Resch.

Abtenau - 48 bange Stunden. 182 Nothelfer. Und ein nächtlicher Helikopter-Flug vom Gipfel in die Klinik. Obwohl die Rettung eines Höhlenforschers in Österreich zügig ging, war sie dramatisch.

Fast genau 48 Stunden nach seinem Absturz in 250 Metern Tiefe ist der verunglückte Höhlenforscher in den österreichischen Alpen an die frische Luft gehievt worden. Helfer bargen den 27-Jährigen am frühen Samstagmorgen aus der Jack-Daniel's-Höhle im Salzburger Tennengebirge. Ein Spezialhubschrauber der österreichischen Luftwaffe mit Nachtflugausrüstung brachte den Polen ins Landeskrankenhaus Salzburg.

„Der Patient ist sichtlich geschwächt, aber bei gutem Allgemeinzustand“, sagte Chefarzt Herbert Resch nach einer ersten Untersuchung. Der 27-Jährige habe leichte Unterkühlungen, ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, linksseitige Becken- und Rippenbrüche sowie zahlreiche Blutergüsse und Schwellungen erlitten. „Eine Operation ist nicht nötig“, erklärte Krankenhaussprecherin Mick Weinberger. Der Verletzte benötige nun erst einmal Ruhe.

Der Höhlenforscher war am frühen Donnerstagmorgen etwa 250 Meter unterhalb des Höhleneinstiegs sieben Meter weit abgestürzt. In mehreren Etappen brachten ihn Spezialkräfte nach oben. Kurz nach 2.00 Uhr war die Bergung am Samstagmorgen geschafft, und der bereitstehende Hubschrauber konnte in Richtung Krankenhaus starten.

Auch bayerische Helfer beteiligt

An der Aktion waren insgesamt 182 Rettungskräfte beteiligt. Unter ihnen auch Helfer der bayerischen Bergwacht, die im Juni an der spektakulären Aktion zur Rettung des deutschen Höhlenforschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle in den Berchtesgadener Alpen mitgewirkt hatten. Die Bergung Westhausers war weit komplizierter. Er war mehr als elf Tage in der Höhle eingeschlossen.

Ein Foto von der Rettungsaktion.

Obwohl deutlich schneller vorüber, war auch die Aktion im Tennengebirge durchaus dramatisch, wie Einsatzleiter Walter Salzmann berichtete. Die Helfer hätten unter komplizierten Bedingungen aufwendige technische Umbauten an einem Flaschenzug vornehmen und den Schacht erweitern müssen, damit der Verunglückte samt Krankentrage nach oben gebracht werden konnte. Die Retter seien bis an ihre physischen Grenzen gegangen.

Das hohe Tempo habe man auch deshalb durchhalten können, weil der Forscher trotz seiner Verletzungen „außergewöhnliche körperliche und mentale Stärke“ bewiesen habe, wie Höhlenrettungsarzt Jakob Crammer berichtete. Für den Einsatz seien drei Tonnen Material auf den Berg gebracht worden, teils nur mit Körperkraft, teils mit einem Polizeihubschrauber, sagte Höhlenretter Christian Roither. Insgesamt seien dafür 52 Flüge nötig gewesen.

dpa

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