Obama hat Bedenken

Ebola: Streit um Zwangsquarantäne für Helfer

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Wie lange sollen heimkehrende Betreuer von Ebola-Kranken isoliert werden? Darüber ist in den USA ein Streit entbrannt.

Washington - 21 Tage Isolation für heimkehrende Betreuer von Ebola-Kranken: In zwei US-Bundesstaaten ist das mittlerweile Vorschrift. Jetzt wird heftig darüber gestritten.

In den USA ist ein heftiger Streit um eine Zwangsquarantäne für Ebola-Ärzte und andere Helfer ausgebrochen, die aus Westafrika nach New York und New Jersey zurückkehren. Auch die Regierung von Präsident Barack Obama habe große Bedenken gegen diese Maßnahmen und dies den Gouverneuren beider Bundesstaaten, Andrew Cuomo und Chris Christie, mitgeteilt, berichtete die „New York Times“ am Sonntag.

Zuvor waren Besorgnisse laut geworden, dass eine solche vorgeschriebene dreiwöchige Isolation bei der Rückkehr Ärzte und Pfleger aus den USA davon abhalten könnte, Ebola-Kranken in Westafrika dringend nötige Hilfe zu leisten. Außerdem hatte sich eine Krankenschwester, die nach ihrem Einsatz in Sierra Leone als erste in New Jersey den neuen Vorschriften zufolge in Zwangsquarantäne geschickt wurde, heftig darüber beschwert, wie mit ihr umgegangen worden sei.

Cuomo und Christie hatten die Maßnahmen für ihre Bundesstaaten verfügt und verteidigten sie am Sonntag erneut damit, dass derzeitige Regeln auf Bundesebene nicht ausreichten. Die neue Vorschrift gilt für Personen, die auf dem Flughafen JFK in New York oder dem Newark Liberty International Airport im benachbarten New Jersey landen. Zwei weitere Bundesstaaten, Illinois und Florida, wollen nach Medienberichten dem Beispiel folgen.

Die Washingtoner Regierung stehe in Konsultationen mit den Gouverneuren New Yorks und New Jerseys, um eine Modifizierung der Vorschriften zu erreichen, hieß es in der „New York Times“.

Tatsächlich lockerte der New Yorker Gouverneur Cuomo nach Angaben der Zeitung am späten Sonntagabend die Regeln. Nunmehr können Menschen, die keine Symptome zeigten, zu Hause in Quarantäne bleiben und sie erhielten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen.

Obama: Maßnahmen sollen Helfer "nicht unnötig von ihrem Dienst abschrecken"

Nach der Ankündigung von Cuomo teilte auch der Gouverneur von New Jersey, Christie, mit, dass Bewohner seines Bundesstaates zu Hause bleiben könnten, wenn sie keine Symptome zeigten.

Die Bedenken Obamas spiegelten sich auch in einer Mitteilung des Weißen Hauses nach einem Treffen des Präsidenten mit seinen Beratern in der Ebola-Krise am Sonntag wider. Demnach betonte Obama, dass zu treffende Maßnahmen für rückkehrende Helfer auf der Basis bester medizinischer Erkenntnisse erfolgen müssten. Er habe aber auch die Notwendigkeit unterstrichen, in Betracht zu ziehen, dass die Helfer ein „unerlässliches Element“ bei der Bekämpfung der Krankheit an deren Wurzel seien. Maßnahmen sollten daher so getroffen werden, „dass sie diese Helfer nicht unnötig von ihrem Dienst abschrecken“.

Die US-Krankenschwester Kaci Hickox, die nach ihrem Einsatz in Sierra Leone in New Jersey gelandet war, will der „New York Times“ zufolge ihre Zwangsquarantäne gerichtlich anfechten. Sie sei nach der Ankunft erst stundenlang verhört und dann in einem Zelt vor der Uniklinik Newark untergebracht worden, schilderte sie dem Sender CNN. Dort soll sie 21 Tage ausharren, obwohl CNN zufolge zwei Bluttests inzwischen ergaben, dass sie frei von Ebola ist. Drei Wochen entsprechen der höchstmöglichen angenommenen Inkubationszeit für die Erkrankung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Samstag mitgeteilt, dass mittlerweile insgesamt mehr als 10 100 Menschen an der Seuche erkrankt und über 4900 davon gestorben seien. Experten gehen zudem weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus.

dpa

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