Im Regierungsviertel

Türkei: Autobomben-Anschlag in Ankara - Mindestens 28 Tote

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Feuerwehrleute im Einsatz nach dem Autobomben-Anschlag in Ankara.

Istanbul - Bei einem Anschlag auf einen türkischen Armeekonvoi in Ankara sind am Mittwochabend mindestens 28 Menschen getötet worden.

Bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am Mittwoch mindestens 28 Menschen getötet worden. 61 weitere wurden verletzt, als eine Autobombe im Regierungsviertel explodierte, wie Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus mitteilte. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte seine Reise zum EU-Gipfel in Brüssel ab. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag.

Laut dem Fernsehsender NTV ereignete sich die Explosion nahe einem Wohngebiet für ranghohe Militärs. Die Detonation war in weiten Teilen der Stadt zu hören. Zahlreiche Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Über dem Anschlagsort, der nahe dem Sitz des Generalstabs und des Parlaments liegt, stieg dichter Rauch auf. Der Tatort wurde von der Polizei abgeriegelt.

Nach Angaben der Armee detonierte die Autobombe um 18.31 Uhr (Ortszeit; 17.31 Uhr MEZ), als der Militärkonvoi an einer roten Ampel hielt. Wie ein AFP-Journalist berichtete, ereignete sich später eine zweite Explosion. Medienberichten zufolge wurde sie durch ein verdächtiges Paket ausgelöst.

Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte eine entschlossene Reaktion an. Die Türkei werde von ihrem "Recht auf Selbstverteidigung" Gebrauch machen, erklärte Erdogan. Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus sprach von einem Angriff "auf unsere Nation". Die Türkei werde vor dem "Terror" nicht zurückweichen. Die Regierung werde alles zur Aufklärung des "feigen Anschlags" tun, versprach Kurtulmus.

Ministerpräsident Davutoglu  sagt Reise nach Brüssel zu EU-Gipfel ab

Ministerpräsident Davutoglu sagte seinen für den Abend geplanten Abflug nach Brüssel ab, wie sein Büro erklärte. Ursprünglich wollte er am Rande des EU-Gipfels in der belgischen Hauptstadt am Donnerstag unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Flüchtlingskrise beraten.

Merkel zeigte sich entsetzt über den Anschlag und verurteilte ihn "auf das Schärfste". Sie drückte den Angehörigen der Toten und den Verletzten ihr Mitgefühl aus. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich erschüttert. Sollten sich die Berichte über einen Anschlag bestätigten, "wäre das ein neuerlicher feiger Akt der Gewalt in der Türkei", erklärte Steinmeier. Auch die USA und Frankreich verurteilten den Anschlag und sicherten der Türkei ihre Unterstützung zu.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Seit dem bislang blutigsten Anschlag in der Türkei, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet worden waren, gilt im Land die höchste Terrorwarnstufe. Die Behörden machten damals die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich.

Vor einem Monat sprengte sich ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Istanbul in die Luft und tötete elf deutsche Urlauber. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen in den vergangenen Wochen zahlreiche mutmaßliche IS-Kämpfer fest, die Anschläge in Istanbul und Ankara geplant haben sollen.

Im Südosten des Landes geht die Armee zudem mit aller Härte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. Die kurdischen Rebellen verüben immer wieder Anschläge auf die türkischen Sicherheitskräfte. Der jahrzehntelange Konflikt mit den Rebellen war im Sommer wieder eskaliert, nachdem der Friedensprozess mit der türkischen Regierung zusammengebrochen war.

Tote bei Anschlag auf Militärkonvoi in Ankara

28 Tote bei Anschlag auf Militärkonvoi in Ankara

dpa

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