Großanfrage als Auslöser

Video: Tüftler entwickelt Papierflieger-Faltmaschine

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Dieter Krone hat eine Papierflieger-Faltmaschine erfunden.

Düsseldorf - Papierflieger basteln ist etwas für Geübte. Doch dank Dieter Krone können nun auch Bastelunwillige bald wunderbare gefaltete Papierflieger auf die Reise schicken.

Wenn die Sonne scheint und kein Wind weht, macht sich Dieter Krone auf den Weg. Er zieht seine beiden Rollkoffer über den Kies in einem Düsseldorfer Park. Als Krone die Scharniere seines Koffers öffnet, kommt eine schwarze Maschine zum Vorschein. Mit einer schwungvollen Bewegung legt er sich seine „A6 1.0“ auf die Schulter und dann geht es los. Mit dem Sound einer Bohrmaschine setzt sich die Maschine in Gang und nach wenigen Sekunden schießt das erste Exemplar hervor: ein Papierflieger.

Krone ist eigentlich gelernter Diplomingenieur der Mechanik und hat die Papierflieger eher zufällig als Hobby entdeckt. Angefangen hat es auf Geschäftsreisen. „Früher, da gab es so etwas wie Fernsehen und freies Internet nicht inklusive“, sagt der 49-Jährige. Briefpapier aber habe es immer gegeben, und so fing er abends auf dem Zimmer an zu basteln. Kurze Zeit später schwebte der erste Flieger aus dem Hotelfenster. Von da an buchte er immer Zimmer im obersten Stockwerk.

Die Begeisterung für die Flieger wuchs, und bald richtete Krone eine eigene Webseite zu dem Thema ein. „Dann bekam ich eine Anfrage für einen 50. Geburtstag - 500 Flieger sollten auf die Bühne fliegen.“ Doch ein guter Papierflieger braucht rund 3 Minuten - das sind 20 Flieger in der Stunde. „Selbst wenn ich fixer gewesen wäre, an 500 Stück sitzt man ewig. Da musste eine Maschine her.“

Krone geht in die Hocke - den Papierflieger fest zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmt. „Schön weit vorne anfassen, so hat man ihn besser unter Kontrolle“, sagt er. Dann springt er hoch und schleudert den Flieger in die Luft.

Insgesamt gibt es Hunderte verschiedene Falttechniken. Den 7-Knick-Pfeil, den Himmelskönig („ein Weltmeister im Langflug“) und Flieger mit Nasenverschluss für einen Schwerpunkt weiter vorne. „Einen eigenen Flieger zu entwickeln, der auch fliegt, war gar nicht so einfach“, sagt Krone. Doch 2007 hat er es geschafft: der Automatix war geboren. Die Namensidee stamme aus den Comics um Asterix und Obelix. Dort heißt der Schmied so, und auch Krone selbst hat früher selbst gerne mit heißem Eisen gewerkelt.

Der Erfindersinn ist Krone bis heute erhalten geblieben. So setzte er auch einen Fusselroller in seine Papiermaschine - die Rolle zieht das Papier an die richtige Stelle. 2500 Euro habe die A6 1.0 insgesamt gekostet. „Alles 3-D-gedruckte Teile“, erklärt er.

Aber schon bald reichte die kleine Maschine nicht mehr aus: Krone wollte mehr. Er öffnet den zweiten Koffer, und ein kanonenartiges Gerät kommt zum Vorschein. Die Flieger schießen über die Mauer. Die 8000-Euro-Maschine wurde von Krones Fans auf Youtube finanziert. Über 2,3 Millionen Menschen hatten dort ein Video seiner weltweit wohl einzigartigen Maschine bestaunt. Für 1000 Klicks bekommt Krone von Youtube einen Euro überwiesen.

Für Marlene Rostig vom Verein Origami Deutschland wäre eine Faltmaschine hingegen nichts: „Ich falte um des Faltens Willen“, sagt sie. 1000 Origamikraniche hat sie einmal in fünf Tagen geschafft. „Danach waren meine Finger ganz wund.“ Gewöhnlich nehme sie sich fürs Falten immer viel Zeit, berichtet Rostig. Beim Origami - der Kunst des Papierfaltens - geht es nicht nur um Flieger, es entstehen auch Tiere und geometrische Körper.

Das Selberfalten hat auch Krone nie ganz aufgegeben: „Ganz wichtig ist dabei das Trimmen.“ Er lässt die Enden des 7-Knick-Pfeils durch seine Finger gleiten. Jetzt sind die Flügel eher gewölbt - sehen ein bisschen aus wie Ohren. Krone wirft ihn hoch - und der Handgefaltete schafft es viel weiter als die Flieger aus der Maschine. Krone freut sich: „Am liebsten falte ich die Flieger dann doch lieber selbst.“

dpa

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