Er ignorierte die Warnungen

Toter Alessio (3): Jugendamts-Mitarbeiter bestraft

Freiburg - Der Fall machte traurige Schlagzeilen: Sein eigener Stiefvater hatte den dreijährigen Alessio 2015 totgeprügelt. Doch auch das zuständige Jugendamt hat sich schuldig gemacht.

Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des dreijährigen Alessio im Schwarzwald muss der zuständige Sachbearbeiter im Jugendamt eine Geldstrafe zahlen. Der 45 Jahre alte Mitarbeiter des Kreisjugendamtes habe sich der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht. Er habe es versäumt, den Jungen richtig vor Gewalt zu schützen und ihn aus der Familie zu nehmen. 

Alessio war Mitte Januar vergangenen Jahres in Lenzkirch im Schwarzwald zu Tode geprügelt worden. Sein Stiefvater wurde im Oktober 2015 vom Landgericht Freiburg zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Er hatte die Tat gestanden.

Das Jugendamt steht seit dem Tod des Jungen in der Kritik. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio unzureichend geschützt haben. Bereits Mitte 2013 hatten Mediziner Hinweise auf Kindesmisshandlung. Doch das Jugendamt ließ den Jungen in der Familie. Dort starb er.

Die Geldstrafe umfasse drei Nettomonatsgehälter, teilte die Staatsanwaltschaft Freiburg am Dienstag mit, ohne Zahlen zu nennen. Diese Höhe sehe ein Strafbefehl vor, den das Amtsgericht Titisee-Neustadt auf Antrag des Staatsanwaltes erlassen habe. Gegen den Strafbefehl könne er Widerspruch einlegen, dann komme es zum Prozess.

dpa

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