Verdacht auf Brandstiftung

Israel: Zehntausende fliehen vor Feuer

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Die Polizei geht bei vielen der landesweiten Brände von Brandstiftung aus. Foto: Moran Mayan / Jinipix

Großbrände halten seit Tagen die Einsatzkräfte in Israel in Atem. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hafenstadt Haifa. In einigen Fällen soll es sich um Brandstiftung durch Palästinenser handeln. Netanjahu droht mit harten Strafen.

Tel Aviv/Haifa (dpa) - Zehntausende Israelis sind am Donnerstag vor verheerenden Bränden in der Hafenstadt Haifa geflohen. Rund 75.000 Menschen waren nach Medienberichten betroffen, gut ein Viertel der Bewohner der Küstenstadt.

60 Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte in Haifa verletzt. Hunderte von Einsatzkräften kämpften in der Industriestadt gegen die Flammen.

In vielen Teilen Israels, darunter auch nahe Jerusalem, wüten seit Tagen Großbrände. Israels Polizei geht in vielen Fällen von Brandstiftung aus. Es seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, sagte Polizeichef Roni Alscheich am Donnerstag vor Journalisten in Haifa. "Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren", sagte er.

Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, Brandstiftung sei Terror. "Jeder, der versucht, Teile des Staates Israel zu verbrennen, wird hart bestraft werden", sagte er nach Angaben seines Büros.

Nach Meinung des Ministers für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sind mehr als Hälfte der Brände in den letzten Tagen durch Brandstiftung verursacht worden. Israelische Medien sprachen bereits von einer "Feuer-Intifada" von Palästinensern. Israels Inlandsgeheimdienst untersuche den Verdacht, dass vor allem in Haifa aus politischen Motiven Brände gelegt worden seien, berichtete die Nachrichtenseite "ynet".

Jussef Nassar, Leiter des palästinensischen Zivilschutzes, sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa, man wolle Feuerwehrkräfte und Löschwagen nach Israel schicken, um bei der Brandbekämpfung zu helfen.

Bei den dramatischen Löscharbeiten in Haifa setzte Israel auch die Armee ein. Zwei Bataillone der Rettungseinheit seien in die Brandgebiete verlegt worden, teilte das Militär mit. Auch Soldaten der Reserve seien aufgerufen worden, Polizei und Feuerwehr beim Kampf gegen die Flammen und bei der Evakuierung zu helfen. Bisher sind nach Polizeiangaben in Haifa acht Wohnviertel geräumt worden. Auch die Universität Technion wurde geräumt. Viele Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Mittlerweile unterstützen Italien, Kroatien, Griechenland, die Türkei und Zypern die Behörden im Kampf gegen die Flammen, wie das Außenministerium mitteilte. Aus den USA wurde das weltgrößte Löschflugzeug erwartet, der "Evergreen Supertanker". Auch Präsident Hollande hat den Innenminister angewiesen, schnellstmöglich drei Löschflugzeuge nach Israel zu schicken, um beim Kampf gegen die Flammen zu helfen.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin habe Regierungschef Netanjahu bei einem Telefonat die sofortige Entsendung von zwei riesigen Löschflugzeugen zugesagt, teilte Netanjahus Büro mit. Die Brände wüteten in mehreren Landesteilen, darunter in der Gegend um Nazareth und Jerusalem. In Israel herrscht eine lange Trockenheit. Starke Winde fachen die Brände weiter an.

Haifa ist mit rund 270 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Israel und liegt nördlich von Tel Aviv.

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