Spektakel am Sommerhimmel

Diese Woche gibt es einen Sternschnuppenregen

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Am Himmel über Deutschland sollen vor allem am Donnerstag Dutzende Sternschnuppen zu sehen sein.

Berlin - Wer unerfüllte Wünsche an die Sterne schicken möchte, sollte in den nächsten Nächten unbedingt zum Himmel schauen: Astronomen versprechen einen regelrechten Sternschnuppenregen.

Update vom 13. August 2015: Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden regnete in der Nacht auf Donnerstag vom Himmel. Jede Menge Menschen haben deswegen stundenlang nach oben geblickt und sensationelle Bilder der Perseiden gemacht.

Der Meteorschwarm der Perseiden ist im Anflug und verspricht diesmal ein besonders schönes Schauspiel. Zwar leuchten die Perseiden stets Mitte August am Himmel auf, doch in diesem Jahr sind die Beobachtungsbedingungen so günstig wie selten. Bei wolkemfreiem Himmel werden daher stündlich Dutzende Sternschnuppen am nächtlichen Firmament aufleuchten - vor allem am frühen Donnerstagmorgen, wenn der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum erreicht.

Auf der Suche nach Meteoren dürfte sich aber auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Freitag ein Blick zum sommerlichen Nachthimmel lohnen - im Idealfall von einem dunklen Standort aus, am besten auf dem Land fernab der lichtdurchfluteten Städte. Dass die Beobachtungsbedingungen in diesem Jahr nahezu ideal sind, ist dem Mond zu verdanken - genauer gesagt dem Umstand, dass er nicht zu sehen sein wird und damit die Sternschnuppen nicht überstrahlt.

Denn am Freitag ist Neumond. "Der Mond ist in der Nacht zum Donnerstag de facto nicht da", sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister und fügt hinzu: "Neumond-Perseiden sind schon besonders attraktive Perseiden."

Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseiden-Meteore, den die Astronomen Radiant nennen. In Wahrheit kommen die Meteore freilich nicht aus der fernen Fixstern-Welt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückgelassen hat.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 130 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinung, die wir Sternschnuppe nennen.

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich dabei ein Bild wie einem Autofahrer bei dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe sieht es so aus, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt uns nur die Perspektive einen Streich - genauso wie die scheinbar auf uns zu rasenden Perseiden, deren Leuchtspuren am Himmel sich alle ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten die größeren Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener, sind die so genannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht ohne künstliches Licht reichen aus. Ferngläser oder gar Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich, denn das Blickfeld solcher Instrumente ist viel zu klein, um die flinken Himmelskreuzer einzufangen. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Im Volksmund heißen die August-Meteore übrigens "Laurentius-Tränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither, so erzählt die Legende, soll es an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

AFP

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