"Klare Hinweise"

Schwertangriff in Schweden: Täter tötete aus Fremdenhass

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Vor der tödlichen Attacke hielten Schüler den Maskierten noch für einen Halloween-Scherz und machten Selfies mit ihm. 

Trollhättan - Der tödliche Schwertangriff an einer schwedischen Schule hatte einen rassistischen Hintergrund. Der Täter hasste Einwanderer.

Einen Tag nach der tödlichen Attacke bestätigen Kamera-Aufnahmen an der Schule in Trollhättan einen grausamen Verdacht. Sie zeigen, wie Schwedens Schwert-Mörder seine Opfer auswählt. „Wer helle Haut hatte, wurde nicht angegriffen“, sagt Thord Haraldsson von der schwedischen Polizei am Freitag. „Wer dunkle Haut hatte, wurde angegriffen.“

Zuvor hatte bereits ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur gesagt, es gebe klare Hinweise auf einen rassistischen Hintergrund: "Erstens haben wir einige Dinge in der Wohnung des Täters gefunden. Außerdem hat er seine Opfer in der Schule bewusst ausgesucht."

Der 21-Jährige habe über die Videoplattform YouTube Material verbreitet, in dem Hitler und Nazi-Deutschland glorifiziert wurden, berichteten schwedische Medien am Abend. Es ging demnach auch um Kritik am Islam und an der Einwanderung. Er war den Medienberichten zufolge von Kriegsfilmen und Romanen von Stephen King fasziniert.

Der Attentäter habe auf seinem Facebook-Konto kürzlich einen Aufruf der rechtspopulistischen Schweden-Demokraten (SD) für eine Volksabstimmung zur Einwanderung verbreitet. Schweden ist einer der EU-Staaten mit der höchsten Einwanderungsquote. In diesem Jahr rechnet Schweden mit 190.000 Asylanträgen.

Bei der Attacke im westschwedischen Trollhättan hatte der 21-Jährige am Donnerstag einen Lehrer und einen Schüler getötet sowie einen weiteren Lehrer und einen Schüler verletzt. Die Polizei hatte ihn anschließend erschossen.

Nach bisherigen Erkenntnissen hätten alle Opfer einen Migrationshintergrund, sagte der Sprecher. Auch die Kleidung des Täters gebe Hinweise auf das Motiv. Der schwarze Helm des Täters hatte Zeugen an eine Nazi-Uniform erinnert.

Schüler glaubten zuerst an Halloween-Scherz

Als der Täter an der Schule auftauchte, glauben die Schüler erst an einen frühen Halloween-Scherz. „Wir dachten, es wäre ein Witz“, sagt der 14-jährige Laith dem schwedischen Fernsehen. „Einige Schüler wollten ein Bild von ihm machen und das Schwert berühren.“ Seine Maske erinnert die Jugendlichen an den Bösewicht Darth Vader aus den Star-Wars-Filmen. „Er hat seltsame Musik gespielt und kein Wort gesagt“, erzählt eine Schülerin „Aftonbladet“. Sie machte laut der Zeitung ein Bild von ihren Freunden mit dem unheimlichen Mann.

Als ein Lehrer aus einem Klassenzimmer gekommen sei und ihn gebeten habe, zu verschwinden, habe der Maskierte plötzlich auf ihn eingestochen. „Dann jagte er uns durch die Schule“, sagt sie. „Ich hatte furchtbare Angst.

"Schwarzer Tag für Schweden"

Attacken wie diese kennen die Schweden bislang fast nur aus dem Ausland. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis es in Schweden passieren würde“, sagte der Kriminologe Jerzy Sarnecki der Zeitung „Expressen“. Ministerpräsident Stefan Löfven spricht von einem „schwarzen Tag für Schweden“. König Carl XVI. Gustaf sprach den Angehörigen der Opfer am Donnerstag sein Beileid aus. „Schweden steht unter Schock“, sagte er laut einer Mitteilung des Königshauses. Für Schüler und Lehrer in Trollhättan ist an diesem Tag ein entsetzlicher Halloween-Spuk Wirklichkeit geworden.

Amoklauf mit Schwert: Masken-Mann tötet Lehrer

dpa/afp

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