Nicht mehr am Nürburgring

Rock am Ring: Erstmals an neuem Ort

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Festival-Fans bei ihrer Ankunft.

Mendig - Was lange als undenkbar galt, ist nun Realität: „Rock am Ring“ steigt nicht mehr am Nürburgring, sondern im Eifel-Ort Mendig. Für Veranstalter Lieberberg schlägt fortan hier „das Herz des Rock'n'Roll“.

Update vom 14. Oktober 2016: Die Veranstalter der Zwillingsfestivals haben die ersten Headliner und Bands für 2017 bekanntgegeben. Das ist das bisherige Line-Up für "Rock am Ring" und "Rock im Park" 2017.

30 Jahre nach der Premiere ist das Festival „Rock am Ring“ an seinem neuen Standort angekommen - dem Flugplatz des Eifel-Örtchens Mendig. Für den Klassiker der deutschen Festival-Landschaft ist das durchaus einschneidend, war das Event doch zuvor fest verbunden mit der legendären Asphaltschleife Nürburgring.

Doch als der neue Besitzer kam, zog das Festival fort. „Rock am Ring“-Macher Marek Lieberberg und die neuen Hausherren konnten sich nicht mehr auf eine Zusammenarbeit einigen. Nun spielt die Musik 30 Kilometer entfernt in Mendig. Dort beginnt an diesem Wochenende ein neues Kapitel - für Veranstalter und Besucher.

Bei den Fans kommt das neue Areal unweit der 9000-Einwohner-Gemeinde Mendig, auf dem früher Militärmaschinen abhoben und nun ein Gewerbepark beheimatet ist, gemischt an. „Ich finde es schön“, sagt eine Besucherin. „Es gibt nur zu wenig Schatten.“ Ein paar Meter weiter klagt Denise aus dem niedersächsischen Bad Bentheim, man müsse Zelt und Gepäck weiter schleppen als früher. „Das ist stressig.“ Direkt aus der Umgebung kommt Melanie. Sie sagt: „Ich bin mit Rock am Ring am Nürburgring aufgewachsen. Da geht einfach nichts drüber.“

Das neue Gelände hat eine ganz andere Atmosphäre. Es ist größer, dennoch viel kompakter. Vorbei sind die Zeiten längerer Shuttlebus-Fahrten zu den Campingplätzen, in Mendig haust es sich dicht beieinander. Aus drei Bühnen sind vier geworden, zwei in Zelten. Auch das Drumherum ist anders: Bei Mendig zeigt sich die Eifel flacher, nicht so waldreich wie an der „Grünen Hölle“ der Nordschleife des Nürburgrings.

Am ersten Tag schauen zunächst einige Besucher noch etwas orientierungslos auf die Lagepläne. Durchschnitten wird das Gelände von einer Asphaltschneise, die Broadway genannt wird. Drumherum sollen sechs Orientierungstürme den Besuchern helfen, den Weg zum Zelt oder zu den Bühnen zu finden. Weil Mendig Teil der Vulkaneifel ist, heißen die Bühnen nun etwa Crater und Volcano - Krater und Vulkan. Zur sommerlichen Hitze passt das freilich gut.

Es bleibt abzuwarten, wie das Fazit der ersten Ausgabe von „Rock am Ring“ in Mendig ausfallen wird. Eigentlich sieht nichts nach einer kurzen Stippvisite aus. Der Veranstalter und Frankfurter Konzert-Riese Lieberberg schloss hier einen Vertrag für fünf Jahre mit der Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre. Mendig und das Zwillingsfestival „Rock im Park“ in Nürnberg sollen also auch in den kommenden Jahren parallel feiern.

Hinzu kommt, dass Mendig schon monatelang ausverkauft war - anders als eine Konkurrenz-Veranstaltung der Deag vor kurzem in Gelsenkirchen. Und Lieberberg hat einmal mehr mit den Toten Hosen, den Foo Fighers, Slipknot aber auch weniger rockigen Zeitgenossen wie Clueso oder Fritz Kalkbrenner namhafte Musiker am Start.

Lieberberg tritt zum Auftakt des dreitägigen Festivals auf eine Bühne, heißt die Fans willkommen und nennt Mendig die „neue Heimat“ von „Rock am Ring“. In einer Mitteilung betont er, das Herz des Rock'n'Roll schlage ab sofort hier. Der Bürgermeister der Gemeinde Mendig, Jörg Lempertz (CDU), gibt sich geradezu routiniert und wirft zum Start ein „Rock on!“ in die Menge.

Festivals in Bayern: Hier spielt im Sommer die Musik

dpa

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