Geisterfahrerprozess: "Es tut mir unendlich leid"

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Der Angeklagte soll plötzlich auf der Autobahn gewendet haben. Foto: Jürgen Mahnke/Archiv

Wiesbaden (dpa) - Ein Geisterfahrer soll nach dem Gewinn einer halben Million Euro in einer Spielbank auf der hessischen A3 zugedröhnt einen Menschen getötet und mehrere zum Teil schwer verletzt haben.

Zum Prozessauftakt vor dem Wiesbadener Landgericht entschuldigte sich der Angeklagte bei der Familie des Opfers. "Es tut mit unendlich leid", sagte er unter Tränen. "Ich verstehe es bis heute nicht. Seit drei Jahren frage ich mich das jeden Tag. Ich hasse mich selber dafür."

Der Mann aus Wiesbaden muss sich wegen fahrlässiger Tötung, vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor Gericht verantworten. Insgesamt fünf Fahrzeuge waren an dem Unfall im November 2011 nahe Idstein beteiligt. Über 200 Meter verteilten sich die Trümmerteile der verunglückten Wagen.

Nach dem Jackpotgewinn in der Wiesbadener Spielbank habe er bei mehreren Bekannten mit Alkohol gefeiert und auch Kokain genommen, sagte der Angeklagte aus. Rund 19 Stunden später wollte er nach Hause fahren. Mit seinem Wagen soll er laut Anklage auf der A3 in Fahrtrichtung Köln plötzlich auf der dreispurigen Autobahn gewendet haben und zurück entgegen der Fahrtrichtung nach Wiesbaden gefahren sein. Es kam zum Zusammenstoß mit einem Auto: Der 56 Jahre alte Fahrer aus Duisburg stirbt, seine 54 Jahre alte Frau und sein 17 Jahre alter Sohn überleben schwer verletzt.

An die Geisterfahrt und den Unfallhergang könne er sich nicht mehr erinnern, beteuerte der Angeklagte vor Gericht. "Ich weiß nur noch, dass ich Lichter vor mir gesehen habe und ausweichen wollte. Und dann hat es gekracht." Der 51-Jährige war mit schweren Verletzungen vom Tatort zu Fuß zu einem Arbeitskollegen nach Frankfurt geflüchtet und hatte dort übernachtet. Am Tag nach dem Unfall sei ihm dann gedämmert, dass er in etwas Schlimmes verwickelt gewesen sei. Er stellte sich bei der Polizei. Ein Haftbefehl wurde sechs Wochen später gegen Auflagen und Zahlung einer Kaution außer Kraft gesetzt.

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