+++ Alle aktuellen Informationen +++

MH17: Hier weint Königin Máxima um die Toten

+
König Willem-Alexander und Königin Maxima von Holland beim Eintreffen der ersten Toten von Flug MH17 auf dem Flughafen Eindhoven.

Eindhoven - Königin Máxima weint, als auf dem niederländischen Flughafen Eindhoven die ersten Toten des Absturzes von Flug MH17 eintreffen. Hier lesen Sie die aktuellen Informationen.

Hier geht's zum MH17-Ticker vom Donnerstag

Noch immer fehlen offenbar die Leichen von rund 100 Insassen des Fluges MH17. Hintergründe dazu und alle weiteren Entwicklungen vom Donnerstag lesen Sie in unserem neuen MH17-News-Ticker.

Der MH17-Ticker vom Mittwoch zum Nachlesen

+++ Die Daten des Cockpit-Stimmenrekorders der im umkämpften Osten der Ukraine abgestürzten Passagiermaschine sind nach Angaben der niederländischen Ermittler unversehrt. Das Gerät von Flug MH 17  sei zwar beschädigt, es weise aber keine Zeichen von Manipulation auf, erklärte das Niederländische Untersuchungsbüro für Sicherheit (OVV) am Mittwoch. Die sogenannte Black Box, die den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder enthält, wurde von der OVV zur Auswertung ins britische Farnborough weitergegeben.

Laut OVV konnten die Daten aus dem Stimmenrekorder "erfolgreich heruntergeladen" werden. Sie müssten nun weiter "analysiert und untersucht" werden.

+++ Im niederländischen Eindhoven sind am Mittwochnachmittag zwei Flugzeuge mit den Überresten von Insassen des Fluges MH17 eingetroffen. An dem Flughafen der Stadt im Zentrum der Niederlande landeten gegen 15.50 Uhr ein niederländisches und ein australisches Militärflugzeug. Neben Hinterbliebenen der Absturzopfer warteten am Flughafen der niederländische Regierungschef Mark Rutte, König Willem-Alexander und Königin Máxima. Das Königspaar wirkte sichtlich bewegt.

Die beiden Maschinen transportierten 40 Opfer des Absturzes, der mit großer Wahrscheinlichkeit durch einen Angriff mit einer Rakete verursacht wurde.

MH17: Separatisten gehen von Rakete aus

+++ Spuren am Wrack der malaysischen Boeing MH17 in der Ostukraine deuten nach Einschätzung der Separatisten auf einen Abschuss durch das Luftabwehrsystem „Buk“ hin. Dafür sprächen zum Beispiel Schrapnellspuren an den Trümmern, sagte der Vizeregierungschef der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin, nach Angaben der Agentur Interfax vom Mittwoch. Purgin äußerte sich in diesen Zitaten aber nicht dazu, welche Konfliktpartei vergangenen Donnerstag die Boeing 777-200 mit 298 Menschen an Bord abgeschossen habe. Die Ukraine und der Westen verdächtigen die prorussischen Separatisten, die alle Schuld von sich weisen.

„Eine Eigenschaft von Systemen wie „Buk“ ist, dass sie den vorderen Teil eines Flugzeugs attackieren“, sagte Purgin in Donezk. „Dabei wird das Cockpit vom Rest des Rumpfes abgerissen, was wohl auch in diesem Fall so war, weil das Cockpit viel eher abgestürzt ist und sich weit vom Rest der Trümmer befindet.“ Raketen, die aus der Luft abgeschossen werden, zielten eher auf die Triebwerke eines Flugzeugs.

Das in der Sowjetunion konstruierte System „Buk“, NATO-Codename SA-11, feuert Boden-Luft-Raketen ab. In der Ostukraine verfügen die ukrainischen Streitkräfte wie die Separatisten über diese Waffe. Nach Einschätzung von US-Geheimdiensten feuerten die Aufständischen die Rakete versehentlich auf das Zivilflugzeug ab.

+++ Unterdessen sorgt die Eilmeldung für Unruhe, dass die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zwei Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe abgeschossen hätten, wie unter anderem ein ukrainischer Militärsprecher am Mittwoch mitteilte.

Untersuchung des Absturzes von Flug MH17 hat begonnen 

+++ Der nationale Sicherheitsrat der Niederlande hat die Untersuchung nach der Ursache des Absturzes von Flug MH17 begonnen. Die Experten hätten aber noch keinen Zugang zur Absturzstelle, teilte der Rat am Mittwoch in Den Haag mit. „Zur Zeit gibt es keine Garantie für die Sicherheit der Experten.“ Der Rat bemüht sich nach eigenen Angaben darum, den Schutz der Ermittler zu organisieren. Die Niederlande hatten auf Ersuchen der Ukraine die Leitung der internationalen Untersuchung übernommen.

+++ Nach Darstellung von Separatisten in der Ostukraine liegen noch immer 16 Leichen an der Absturzstelle des Fluges MH17. Die prorussischen Kräfte widersprachen damit am Mittwoch Angaben der ukrainischen Regierung, wonach alle 298 Opfer des Boeing-Absturzes vom vergangenen Donnerstag geborgen und die Arbeiten abgeschlossen seien.
+++ Australiens Premierminister Tony Abbott vermutet zahlreiche der nach dem Flugzeugsabsturz der MH17 über der Ukraine noch vermissten Leichen weiterhin am Ort der Katastrophe. "Es ist recht wahrscheinlich, dass viele Leichname noch dort draußen sind, ungeschützt im europäischen Sommer, Eingriffen von außen sowie der Hitze und Tieren ausgesetzt", sagte Abbott am Mittwoch in der Hauptstadt Canberra. Er verlangte zugleich eine umfassende systematische Suche nach den noch vermissten Todesopfern an der Absturzstelle. Die Bergungsarbeiten seien bislang "ziemlich unprofessionell" verlaufen.

Zu wenig Leichen in Waggons?

Am Dienstag waren etwa 200 Leichen per Zug in der ostukrainischen Stadt Charkiw eingetroffen. Die internationalen Ermittler vor Ort waren jedoch eigentlich davon ausgegangen, dass sich in dem Zug rund 280 Leichname befanden.

+++ Ein Kühlzug mit den sterblichen Überresten der MH17-Passagiere und Besatzungsmitglieder war am Dienstag in Charkow eingetroffen. Unklarheit herrschte jedoch darüber, wie viele Leichen in den Waggons waren. Nach niederländischen Angaben könnten sich darin lediglich die Überreste von 200 Opfern befunden haben. 

MH17-Flugzeug aus Versehen abgeschossen

+++ Der US-Geheimdienst hat nach Regierungsangaben bislang keine Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands an dem mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeuges MH17 in der Ostukraine. Bisherigen Erkenntnissen zufolge sei die Malaysia-Airlines-Maschine von den prorussischen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 getroffen worden, teilten US-Geheimdienstler laut Medienberichten vom Dienstag mit. Die Rebellen hätten aber wahrscheinlich nicht beabsichtigt, die Boeing 777-200 mit 298 Menschen an Bord abzuschießen.

+++ Der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte dem TV-Sender CNN, die USA untersuchten weiter eingehend, ob es eine „direkte Verbindung“ zu Russland gebe. Unabhängig davon trage Moskau eine Verantwortung für das MH17-Unglück, weil es die kremltreuen Separatisten mit Material und Training unterstütze und die instabile Situation in der Ukraine mitverursacht habe. Auch nach dem Flugzeugunglück habe Russland die Hilfe nicht eingestellt.

+++ Dem „Wall Street Journal“ zufolge präsentierten US-Geheimdienstler ausgewählten Reportern am Dienstag zahlreiche Beweise dafür, dass die Flugabwehrrakete aus dem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden sei. Moskau habe durch anhaltende Waffenlieferungen an die prorussischen Rebellen und Trainingsmaßnahmen die Bedingungen für den MH17-Vorfall geschaffen. Die Aufständischen hätten bereits „mehr als ein Dutzend“ Fluggeräte abgeschossen, zitiert die Zeitung aus der Präsentation.

MH17-Absturz: Die Fakten

Auf dem Flug MH17 ist am 17. Juli 2014 in der Ostukraine eine Boeing der Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgestürzt. Alle 298 Insassen - 283 Passagiere und die 15-köpfige Bordcrew - sind dabei ums Leben gekommen. Unter den Toten sind 80 Kinder. Die meisten der Opfer waren Niederländer. Vermutlich ist die Maschine durch eine Rakete abgeschossen worden. Das Absturzgebiet wird von pro-russischen Rebellen kontrolliert.

Die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten bezichtigen sich gegenseitig, die Maschine abgeschossen zu haben. Seit Tagen fordern Politiker aus aller Welt eine rasche, umfassende und vor allem unabhängige Untersuchung der Absturzursache.

+++ Alle Ereignisse vom Dienstag zum Unglück finden Sie in unserem gestrigen MH17-Ticker.

dpa

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Grünes Licht für fahrplanmäßigen Betrieb des Gotthard-Basistunnels
Grünes Licht für fahrplanmäßigen Betrieb des Gotthard-Basistunnels
Netflix hat jetzt einen Offline-Modus
Netflix hat jetzt einen Offline-Modus
Flaschensammlerin macht besonderen Fund im Müll - und landet vor Gericht
Flaschensammlerin macht besonderen Fund im Müll - und landet vor Gericht
Zahl der Todesopfer nach Brand bei Lagerhaus-Party gestiegen
Zahl der Todesopfer nach Brand bei Lagerhaus-Party gestiegen
Mitten in New York: Dreister Dieb klaut Goldbehälter im Millionenwert 
Mitten in New York: Dreister Dieb klaut Goldbehälter im Millionenwert