US-Pharmamanager Shkreli verhaftet

Meistgehasster Mann der USA: So verteidigt er sein Handeln

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Martin Shkrel: Alles nur ein soziales Experiment?

Washington - Seitdem er ein HIV-Medikament um 5000 Prozent verteuerte, gilt Martin Shkreli als der meistgehaste Mann der USA. Jetzt wurde der US-Pharmamanager verhaftet - zu Unrecht, wie er findet.

Der unter Betrugsverdacht stehende Pharma- und Hedgefonds-Manager Martin Shkreli, gegen den seit vergangener Woche wegen der Veruntreuung von Millionensummen ermittelt wird, sieht sich als Opfer der Justiz. Er sei unschuldig und "wegen einer Sache festgenommen worden, wegen der ich nicht hätte festgenommen werden sollen", sagte Shkreli dem "Wall Street Journal". Der wahre Grund für seine Festnahme sei, dass er als Chef der Pharmafirma Turing den Preis für das Medikament Daraprim drastisch erhöht habe.

Shkreli, der sich darauf spezialisiert, die Patente günstiger Medikamente zu kaufen und dann den Preis drastisch zu erhöhen, hatte den Preis des Medikaments gegen Malaria und die Folgen einer HIV-Infektion über Nacht von 13,50 auf 750 Dollar heraufgesetzt und war daraufhin zum meistgehassten Mann in den USA erklärt worden. Die vielen Aufforderungen, den Preis für Daraprim wieder zu senken, hatte Shkreli mit Hohn und Spott beantwortet.

"Soziales Experiment"

Dem "Wall Street Journal" sagte der 32-Jährige nun, es habe sich um ein "soziales Experiment" gehandelt. "Was tust du, wenn du die Aufmerksamkeit von Millionen Menschen hast? Ich dachte, es wäre lustig, damit herumzuexperimentieren", sagte Shkreli. "Ich habe das nicht wörtlich gemeint, ich fand es interessant zu sehen, wie die Leute reagieren." Es sei eine "wahre Ungerechtigkeit", wegen eines "sozialen Experiments" festgenommen zu werden. Shkreli war am Donnerstag verhaftet worden, doch kam er später auf Kaution wieder frei.

Dem 32-Jährigen wird vorgeworfen, als Hedgefonds-Manager mit einem Schneeballsystem elf Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) veruntreut zu haben. Wegen der Vorwürfe musste er als Chef des Pharmaunternehmens Turing zurücktreten und wurde auch als Chef der Pharmafirma Kalobios gefeuert, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Dort hatte er den Vorstandsvorsitz erst Mitte November übernommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Shkreli vor, 2009 Investoren überzeugt zu haben, drei Millionen Dollar in seinen Hedgefonds zu investieren. Als er das Geld verlor, habe er einen neuen Hedgefonds gegründet, um die Verluste zu verdecken. Der Betrug habe sich über fünf Jahre bis 2014 hingezogen.

Zwei Millionen für Musik, die er nicht hört

Zuletzt sorgte der 32-Jährige zudem für Schlagzeilen, weil er Millionen für ein neues Album der Rap-Band Wu-Tang Clan ausgab, von dem es nur ein Exemplar gibt. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge zahlte er bei einer Auktion rund zwei Millionen Dollar. Shkreli sagte danach, er habe keine Eile, es zu hören. Eine Frage ist nun, ob das Vorgehen gegen ihn auch die Zukunft des Albums „Once Upon a Time in Shaolin“ beeinflussen könnte: Die Staatsanwälte wollen seinen mit unrechtmäßig erhaltenem Geld erstandenen Besitz beschlagnahmen. Zugleich wollen auch Investoren ihr Geld zurück.

AFP/dpa

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