Die Heiligen Drei Könige: Reisende in der Kunst

+
Das zweigeteilte Gemälde, auch Diptychon genannt, zeigt die Anbetung des neugeborenen Messias durch die Heiligen Drei Könige und die Kreuzigung Jesu. Es ist um das Jahr 1360 entstanden.

Von Magiern zu Königen: Seit Beginn der Christenzeit haben die Heiligen Drei Könige die Fantasie zahlreicher Künstler angeregt. In Köln widmet sich eine Sonderausstellung den exotischen Sterndeutern. Der Katalog des Hirmer Verlags zeigt Darstellungen vom 3. bis zum 18. Jahrhundert.

Dreikönigsschrein: Reliquien aus Zeiten des Messias

Sie gehören zu den kostbarsten Reliquien des Christentums: die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Aufbewahrt werden sie im Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Sie sind die einzigen erhaltenen Überreste von Menschen, die laut Überlieferung dem Jesuskind begegnet sind. Es waren Reisende aus dem Morgenland, die sich auf einen ungewissen Weg gemacht hatten, um den neugeborenen Messias zu begrüßen.

Im Jahr 1164 wurden die Reliquien von Mailand in den Dom der Stadt gebracht. Der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel hatte sie von Kaiser Barbarossa erhalten. Dieses wertvolle Geschenk machte Köln zu einer Pilgermetropole des Mittelalters und prägte seine Wirtschaft, Geschichte und sein Gesicht. Bis heute strömen Gläubige aus aller Welt in den Dom, um hinter dem Hochaltar den 500 Kilogramm schweren Schrein aus Gold, Silber und Kupfer zu bewundern. Darin werden die Gebeine der Heiligen aufbewahrt.

Ausstellung und Katalog auf den Spuren christlicher Kunstgeschichte

Vor genau 850 Jahren kamen die bedeutsamen Reliquien in der Domstadt an. Zu diesem Jubiläum widmet sich das Kölner Museum Schnütgen den Heiligen Drei Königen in der Kunst – quer durch die Epochen. Der dazugehörige Katalog „Die Heiligen Drei Könige – Mythos, Kunst und Kult“ des Hirmer Verlags zeigt hochkarätige Darstellungen aller Kunstgattungen vom 3. bis zum 18. Jahrhundert.

Mit zahlreichen Abbildungen von frühchristlichen Grabmälern, liturgischen Prachthandschriften, mittelalterlichen Skulpturen, Handschriften und Altarbildern führt der Band durch 1.500 Jahre faszinierende Kunstgeschichte.

Heilige Drei Könige: Exotische Reisende aus fremden Landen

Seit Beginn unserer Zeitrechnung ist die Anbetung des Jesuskinds durch die Heiligen Drei Könige eines der wichtigsten Themen christlicher Tradition und Kunst. Wie die Weisen aus dem Orient jedoch interpretiert wurden, variiert über die Jahrhunderte. So entstanden facettenreiche Werke, die geprägt sind von Zeitgeist, Legenden und der Fantasie der Künstler.

Frühe Darstellungen lassen die Faszination und den Reiz des Fremden erkennen: Sie zeigen die Heiligen aus dem Morgenland als Barbaren, heidnische Sterndeuter, Magier und Philosophen. Auch Zahl, Namen, Alter und Herkunft der Reisenden schwanken in den ersten Jahrhunderten.

Erst zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert bildet sich das Motiv der Heiligen Drei Könige heraus, wie es heute durch zahlreiche Bilder überliefert ist: Sie kommen als Repräsentanten Europas, Asiens und Afrikas, um den König der Juden zu begrüßen. In üppig verzierte und prachtvolle Gewänder gehüllt knien die Könige im Staub und huldigen dem göttlichen Kind – für immer untrennbar mit der Weihnachtsgeschichte verbunden.

Kommentare

Meistgelesen

Grünes Licht für fahrplanmäßigen Betrieb des Gotthard-Basistunnels
Grünes Licht für fahrplanmäßigen Betrieb des Gotthard-Basistunnels
Netflix hat jetzt einen Offline-Modus
Netflix hat jetzt einen Offline-Modus
Flaschensammlerin macht besonderen Fund im Müll - und landet vor Gericht
Flaschensammlerin macht besonderen Fund im Müll - und landet vor Gericht
Zahl der Todesopfer nach Brand bei Lagerhaus-Party gestiegen
Zahl der Todesopfer nach Brand bei Lagerhaus-Party gestiegen
Mitten in New York: Dreister Dieb klaut Goldbehälter im Millionenwert 
Mitten in New York: Dreister Dieb klaut Goldbehälter im Millionenwert