Germanwings-Katastrophe in den Alpen

Ticker: Haltern trauert um seine Schülergruppe

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Unter den Opfern der Tragödie sind 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Halterner Gymnasiums.

München - Ein Medienberichten zufolge aufgetauchtes Video, das die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Maschine zeigen soll, sorgt für Verwirrung. Alle Informationen des Tages finden Sie hier im Live-Ticker.

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Germanwings-Absturz - die Fakten im Überblick

> In Haltern haben mehr als tausend Menschen Abschied von den Absturz-Opfern genommen. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des örtlichen Joseph-König-Gymnasiums waren ums Leben gekommen.  

> Über die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Airbus vor dem Absturz ist Medienberichten zufolge ein Video aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft hat den Fund in Frage gestellt und dessen Herausgabe gefordert.

> Laut Düsseldorfer Staatsanwaltschaft galt der Co-Pilot Andreas L. vor einigen Jahren als suizidgefährdet. Die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa wusste während der Ausbildung von Copilot Andreas L. von einer vorausgegangenen Depression.

> Der zweite Flugschreiber ist nach wie vor verschollen. Experten befürchten, es könne sehr schwer werden, ihn zu finden.

> Nach Angaben der Ermittler ist die Bergung der Todesopfer abgeschlossen. Die Identifizierung soll bis Ende der Woche beendet sein.

Die aktuelle Entwicklung im Live-Ticker

+++ Mehr als tausend Menschen haben am Mittwochabend im nordrhein-westfälischen Haltern am See Abschied von den Opfern  der Germanwings-Katastrophe genommen. Etwa 650 Menschen kamen zu einem Trauergottesdienst in der vollbesetzten St.-Sixtus-Kirche. 500 weitere Trauernde trotzen dem stürmischen Wetter und verfolgten auf dem Vorplatz die über Lautsprecher übertragene Zeremonie. Bei dem Absturz des Germanwings-Airbus in Frankreich waren 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des örtlichen Joseph-König-Gymnasiums ums Leben gekommen.

+++ "Das Unfassbare ist geschehen", sagte der Haltener Bürgermeister Bodo Klimpel (CDU) während des Gottesdienstes. "Der Tod darf nicht das letzte Wort sein." Auch der Direktor des Joseph-König-Gymnasiums, Ulrich Wessel, wandte sich an die Trauernden. "Keine Worte können beschreiben, was Sie durchgemacht haben", sagte der Schulleiter. "Tot ist man erst, wenn man vergessen ist." Fotos und Blumen erinnerten in der Kirche an die Absturzopfer.

+++ Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt  (CSU) will mit Spitzenvertretern der deutschen Luftfahrtbranche über die Situation nach dem Germanwings-Absturz beraten. Bei dem Treffen an diesem Donnerstag in Berlin soll es um die vorliegenden Erkenntnisse und mögliche Schlussfolgerungen gehen. Erwartet werden Chefs mehrerer Fluggesellschaften und von Verbänden.

+++ Unter den 150 Toten des Germanwings-Unglücks in den französischen Alpen waren weniger Deutsche als bisher angenommen. Das Auswärtige Amt korrigierte am Mittwoch die Zahl von 75 auf 72  herunter. Der Grund für die späte Berichtigung der Zahl ist, dass es ursprünglich Unklarheiten bei den Passagieren mit doppelter Staatsangehörigkeit gab.

+++ Die Fragen nach Systemschwächen bei den Piloten-Eignungstests häufen sich: Braucht die Luftfahrt neue psychologischen Tests für Piloten? War es ein Fehler, den Germanwings-Copiloten trotz seiner überstandenen Depression weiter auszubilden? Warum äußern sich so wenig andere Airlines zu ihrer Praxis? Könnte eine Meldepflicht bei Depressionen das Problem lösen? Lesen Sie die Versuche, das Unerklärliche, was passiert ist, zu erklären.  

+++ Die Sonderkommission „Alpen“, ein Ermittlerteam aus Düsseldorf ist am Mittwoch an der Absturzstelle eingetroffen. Zum deutschen Team unter der Leitung von Kriminaldirektor Roland Wolff gehört ein Spezialist des Landeskriminalamts für lasergestützte Tatortvermessung und digitale Spurenkarten.

+++ An der Absturzstelle in den französischen Alpen werden weiter persönliche Gegenstände der Toten gesichert.

Kinos warnen vor Szenen in "Wild Tales" wegen schauriger Parallelen zum Germanwings-Absturz

+++ Wegen frappierender Parallelen zum Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich haben mehrere britische Kinos den argentinischen Film "Wild Tales" mit einem ausdrücklichen Warnhinweis versehen. Der Film enthalte Szenen, die einige Zuschauer nach dem Absturz vom 24. März verstören könnten, hieß es auf der Internetseite der Kinokette Curzon. Die Filmförderung British Film Institute wies ausdrücklich daraufhin, dass der Film reine Fiktion und alle Ähnlichkeit rein zufällig sei.

+++ Das Versicherungskonsortium unter Führung der Allianz hat eine umfassende, faire und schnelle Bearbeitung der Schäden zugesagt. „Dabei wird eine enge Abstimmung mit den Angehörigen der Passagiere sowie deren Vertretern erfolgen“, erklärte der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) am Mittwoch. Jeder Schadenersatzanspruch werde individuell geprüft. Angesichts der schwierigen Umstände werde die Bewertung jedes Einzelfalls allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

Lufthansa-Chef verspricht Angehörigen langfristige Hilfe

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (l.) und Germanwings-Chef Thomas Winkelmann legen einen Kranz an der Gedenktafel für die Absturz-Opfer nieder.

+++ Carsten Spohr gab eine Pressekonferenz in Le Vernet. Der Lufthansa-Chef verspricht den Angehörigen der Opfer "Hilfe, solange sie nötig ist" und bedankt sich bei allen Helfern. "Die Lufthansa wird alles tun, was wir können", versichert Spohr auch in Richtung der Anwohner des Absturzortes. Weitere Fragen von Journalisten vor allem in Bezug auf einen Email-Verkehr bezüglich der bekannt gewesenen Depression des Co-Piloten Andreas L. wurden abgewiesen.

+++ Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sieht Forderungen nach einer Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht skeptisch. "Ich warne vor übereilten Schritten. Denn die ärztliche Schweigepflicht ist ein hohes Gut“, sagte die CSU-Politikerin, die selbst Ärztin ist.

Justiz fordert Herausgabe des angeblichen Absturz-Videos

+++ Die französische Justiz hat die Herausgabe eines Videos gefordert, das die letzten Sekunden im Inneren der in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine zeigen soll. "Wenn eine Person ein solches Video besitzen sollte, muss sie es umgehend den Ermittlern übergeben", erklärte der zuständige Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Mittwoch. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liege den Ermittlern kein Video vor, das den Absturz des Airbus A320 zeige.

+++ In Haltern findet am Mittwoch um 17 Uhr in der St.-Sixtus-Kirche ein Trauergottesdienst für die Opfer der Flugzeugkatastrophe statt. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen stammten aus der Stadt in Nordrhein-Westfalen.

+++ Mittlerweile haben Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann den Unglücksort der Germanwings-Maschine besucht. Mit einem Hubschrauber flogen die Airline-Chefs am Vormittag zu der nahe der Absturzstelle gelegenen Ortschaft Seyne-les-Alpes, von wo aus die Bergungsarbeiten geleitet werden. Dort sprachen sie mit Einsatzkräften.

Gendarmerie dementiert Berichte über aufgetauchtes Video aus Germanwings-Maschine

+++ Die französische Polizei hat die Berichte des Magazins "Paris Match" und der "Bild"-Zeitung über ein aufgetauchtes Video, das die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Maschine zeigen soll, als "vollkommen falsch" bezeichnet. Die Zeitungen hatten nach eigenen Angaben Zugang zu dem Video erhalten und ein Protokoll der Ereignisse erstellt. Darin war unter anderem die Rede davon, dass der Co-Pilot Andreas L. eine Sauerstoffmaske getragen haben soll. Jean-Marc Ménichini, Vertreter der Gendarmerie, bestritt die Angaben in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ermittler hätten die am Absturzort gefundenen Handys noch nicht ausgewertet. Die Geräte würden im Zuge weiterer Untersuchungen an ein spezialisiertes Institut in Rosny-sous-Bois bei Paris geschickt.

+++ Lufthansa-Chef Carsten Spohr  und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmannwollen am Mittwoch nach ihrem Besuch an der Unglücksstelle in der Ortschaft Le Vernet an einer Gedenktafel der 150 Opfer der Flugzeugkatastrophe gedenken. Geplant ist auch eine Pressekonferenz.

+++ Am Dienstag wurde die Bergung der Opfer des Absturzes abgeschlossen. Es gebe keine Leichen mehr am Absturzort, teilte die Gendarmerie am Dienstagabend in Seyne-les-Alpes mit.

+++ Ein Video aus der Germanwings-Unglücksmaschine soll Medienberichten zufolge Bilder aus den letzten Sekunden des Flugs 4U9525 zeigen. „Bild“ und das französische Magazin „Paris Match“ berichteten am Dienstagabend, Mitarbeiter hätten die Sequenz ansehen können.

+++ Den Ticker vom Dienstag zum Nachlesen finden Sie hier.

Germanwings-Absturz: Einsatzbilder vom Unglücksort

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vh/dpa/AFP

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