Perfekte Silvester Choreografie

Eindrücke aus Dubai: Feuerwerk trotz Feuersbrunst

In der Silvesternacht ist das Luxushotel „The Address“ in Dubai in Brand geraten. Die Flammen breiteten sich in Windeseile über Weite Teile des 63-stöckigen Gebäudes aus. Dessen ungeachtet wurde das farbenfrohe Feuerwerk, das die Behörden geplant hat, über der entsetzten Menge gezündet.
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In der Silvesternacht ist das Luxushotel „The Address“ in Dubai in Brand geraten. Die Flammen breiteten sich in Windeseile über Weite Teile des 63-stöckigen Gebäudes aus. Dessen ungeachtet wurde das farbenfrohe Feuerwerk, das die Behörden geplant hat, über der entsetzten Menge gezündet.
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In der Silvesternacht ist das Luxushotel „The Address“ in Dubai in Brand geraten. Die Flammen breiteten sich in Windeseile über Weite Teile des 63-stöckigen Gebäudes aus. Dessen ungeachtet wurde das farbenfrohe Feuerwerk, das die Behörden geplant hat, über der entsetzten Menge gezündet.
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In der Silvesternacht ist das Luxushotel „The Address“ in Dubai in Brand geraten. Die Flammen breiteten sich in Windeseile über Weite Teile des 63-stöckigen Gebäudes aus. Dessen ungeachtet wurde das farbenfrohe Feuerwerk, das die Behörden geplant hat, über der entsetzten Menge gezündet.

Dubai - Wenn die Golfmetropole Dubai zum Jahreswechsel bittet, muss alles perfekt sein. Und wenn das nicht der Fall ist, wird so getan, als wäre nichts. Über ein Feuerwerk, das einen Großbrand überstrahlen sollte.

Es ist ein bizarres Bild, dass sich den Zuschauern in Dubais Zentrum zum Jahreswechsel bietet. Vor ihnen erleuchtet ein prächtiges Feuerwerk rund um das höchste Gebäude der Welt den Nachthimmel. Wenige Hundert Meter entfernt schlagen riesige Flammen aus der lichterloh brennenden Fassade eines anderen Wolkenkratzers. Partypläne ändern wegen eines Infernos, das 16 Menschen verletzte? Dazu sehen die Behörden keinen Grund.

Was am Silvesterabend in Dubai passierte, passt zu dem Image der schillernden Golfmetropole, dem Schein Vorzug vor dem Sein zu geben. Dem Vorurteil, kein echtes Leben zu bieten hinter glänzenden Fassaden. Eine von diesen, rußgeschwärzt und immer noch qualmend, erscheint am Neujahrsmorgen wie ein Schönheitsfleck in der perfekten Skyline.

Es war noch Stunden vor Mitternacht, als sich die Blicke Zehntausender Feuerwerks-Schaulustiger aus der gesamten Welt plötzlich dem Luxushotel „The Address“ zuwandten. Was mit einem kleinen Feuerherd begann, breitete sich schnell über weite Teile der 63-stöckigen Westfassade des Wolkenkratzers aus.

„Ich hörte eine lauten Knall und sah dann das Feuer“, berichtete ein Augenzeuge. „Ich hatte Angst, dass gesamte Hotel würde uns auf den Kopf stürzen.“ Einzelne Fassadenteile fallen vom Gebäude auf den Boden, Asche regnet auf die Menschen in der Innenstadt.

Eine Feuersbrunst wütet an dem Gebäude, einige Menschen brechen in Tränen aus. Andere dagegen holen ihr Smartphone aus der Tasche, um fotogen lächelnd Selfies vor dem Gebäude zu machen, in dem Menschen gerade um ihr Leben rennen.

Für die allermeisten von ihnen geht die Nacht glimpflich zu Ende. Den Behörden zufolge verletzten sich die meisten der Opfer im Gedränge bei der schnellen Evakuierung des Gebäudes. „Das Gesamtsicherheitskonzept hat funktioniert“, resümiert Jürgen Walter, Brandschutzexperte der Feuerwehr Frankfurt.

Die Ursache aber blieb zunächst unklar. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete nach anonymer Quelle, ein Vorhang im 20. Stock habe Feuer gefangen und so den Brand ausgelöst. Konnten die Flammen auf diese Weise an der Außenwand von Stockwerk zu Stockwerk springen?

Zumindest nach deutschen Baustandards sei so etwas sehr unwahrscheinlich, erklärt Experte Walter. Moderne Hochhäuser seien üblicherweise mit Sprinkleranlagen ausgestattet, die auch die Außenseite des Gebäudes mit einem Wasserfilm überziehen, um das Übergreifen der Flammen zu verhindern. „Wenn aber keine entsprechenden Sprinkler installiert wären, wäre eine Kettenreaktion immer denkbar.“

Als um Mitternacht ungeachtet des Infernos das farbenfrohe Feuerwerk über der Menge gezündet wird, brandet Jubel auf. Dass wenige Hundert Meter entfernt immer noch ein Wolkenkratzer brennt, kann niemand übersehen, der dabei ist. Die TV-Zuschauer allerdings schon. Die Regie in dem Emirat gibt sich alle Mühe, keine Aufnahmen vom Neujahrsmakel im Stadtbild nicht machen. Die Feierlaune soll scheinbar nicht getrübt werden. Und der Schein, der ist wichtig in Dubai.

dpa

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