"Sand Fire" bedroht Santa Clarita

Waldbrände in Kalifornien: 10.000 Haushalte evakuiert

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Feuerwehrmänner kämpfen bei Acton in Kalifornien gegen die Flammen an. Foto: Paul Buck

Los Angeles - Der Waldbrand nahe der kalifornischen Stadt Santa Clarita lässt sich nicht unter Kontrolle bringen. Mehrere tausend Gebäude wurden evakuiert, zahlreiche Häuser sind bereits niedergebrannt.

Die kalifornische Feuerwehr bekommt einen Waldbrand im Santa Clarita Valley nordwestlich von Los Angeles nicht in den Griff. Bis Montag fielen mehr als 140 Quadratkilometer Wald- und Buschland den Flammen zum Opfer. Sie bedrohten 2000 Häuser und veranlassten mehr als 20.000 Bewohner zur Flucht. Trotz des Einsatzes von 3000 Feuerwehrleuten und 26 Hubschraubern waren nur zehn Prozent des Brands unter Kontrolle.

Das "Sand Fire" brach am Freitag aus nach wie vor ungeklärter Ursache im Sand Canyon aus. Es rückte praktisch ungebremst auf die Kleinstadt Santa Clarita unweit von Los Angeles vor. Mindestens 20 der in den Hügeln verstreuten Häuser von Santa Clarita wurden nach Angaben der Behörden von den Flammen zerstört - darunter auch zwei Häuser von Feuerwehrleuten. 10.000 weitere Gebäude wurden evakuiert, mehrere Straßen vorsorglich gesperrt.

Raubkatzen-Reservat evakuiert

Die Flammen fraßen sich auch durch die bei Filmproduktionsgesellschaften beliebte Sable Ranch mit ihrem Wildwest-Flair. Einzig ein gigantischer Dinosaurier aus Metall, der für eine neue Serie des US-Streamingdienstes Netflix eingesetzt werden soll, konnte gerettet werden, wie Ranchbesitzer Derek Hunt berichtete. "Wir hatten schon vorher Brände hier und konnten unseren Besitz stets schützen", sagte Hunt. "Aber dieser hier, der ist ein Bestie".

Die Flammen bedrohten auch den berühmten Tierpark der Schauspielerin Tippi Hedren. Der 86-jährige Star aus dem Hitchcock-Film "Die Vögel" und 340 der 400 Raubkatzen ihres Reservats Shambala Preserve wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht, wie Hedrens Tochter Melanie Griffith per Twitter mitteilte. Stunden später gab sie wieder Entwarnung.

Anwohner müssen Gefahrenzone verlassen

Die kalifornische Feuerwehr hat auch mit einem weiteren Buschbrand weiter nördlich zu kämpfen. Er erfasste laut Behörden ein 60 Quadratkilometer großes Gebiet des bei Touristen beliebten Küstenstreifens Big Sur. 20 Gebäude waren am Montag bereits niedergebrannt, über 1600 weitere bedroht. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichte Satellitenaufnahmen, die das Ausmaß der Zerstörung in Südkalifornien zeigen. Ein größere Fläche ist schwarz verkohlt, am Rand ist dichter Rauch zu sehen.

Die Gesundheitsbehörden wies vor allem ältere und kranke Menschen in Santa Clarita an, in ihren Häusern zu bleiben. Körperliche Anstrengung im Freien sollte wegen der Rauchbelastung vermieden werden.

Nicht alle Anwohner folgten dem Aufruf der Behörden, die Gefahrenzone rechtzeitig zu verlassen. In einem ausgebrannten Auto vor einer Hauseinfahrt fanden Einsatzteams die Leiche eines Mannes, wie US-Medien berichteten. Eine Autopsie sollte die genaue Todesursache klären.

Kalifornien leidet seit fünf Jahren unter einer Rekord-Dürre. Bäume und Büsche sind ausgedörrt und gehen beim kleinsten Funken in Flammen auf.

dpa/afp

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