Deutsche Atlantik-Segler mit fast 100 Kilo Kokain gestoppt

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Zwei Deutsche stehen im Verdacht, im Auftrag organisierter Drogenhändler Kokain geschmuggelt zu haben. Foto: Daniel Bockwoldt/Symbol

Segeltörn mit Koks: Zwei Deutsche setzen in Südamerika mit jeder Menge Drogen an Bord Kurs auf Europa. Dann kommt ihnen ein französisches Kriegsschiff in die Quere.

Fort-de-France/Hamburg (dpa) - Die französische Marine hat auf dem Atlantik ein deutsches Segelschiff mit 93,5 Kilogramm Kokain an Bord gestoppt. Zwei Deutsche seien südöstlich der Karibikinsel Martinique auf hoher See festgenommen worden, teilte der französische Zoll mit.

"Die Drogen waren für Europa bestimmt, da gibt es keinen Zweifel", sagte der Ermittler der Deutschen Presse-Agentur. Der Schwarzmarkt-Wert des Kokains wird auf 6,5 Millionen Euro geschätzt. Der Ermittler sagte, die französischen Behörden hätten eng mit der Hamburger Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet. "Es geht um die Zerschlagung der Organisation."

Die 41 und 50 Jahre alten Männer stehen im Verdacht, im Auftrag organisierter Drogenhändler unterwegs gewesen zu sein. Sie stammen aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und wurden nach Fort-de-France gebracht, der Hauptstadt des französischen Übersee-Departements Martinique.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft bestätigte die Angaben und kündigte an, sie werde die Auslieferung der beiden Beschuldigten beantragen. Die Behörde sei zuständig, weil das Boot in Hamburg registriert sein soll, sagte eine Sprecherin. Das werde aber noch geprüft.

Die französischen Zollfahnder hatten die Männer schon seit mehreren Monaten als mögliche Drogenschmuggler unter Verdacht. Die beiden setzten schließlich vom südamerikanischen Suriname aus Kurs auf Europa. Eine Marinefregatte kontrollierte das Segelschiff dann am vergangenen Freitag gut 400 Kilometer von Martinique - weil es unter deutscher Flagge fuhr, hatte Berlin zuvor sein Okay geben müssen.

Immer wieder versuchen Drogenhändler, ihre Ware mit Segelschiffen nach Europa zu bringen. Erst im April beschlagnahmte der französische Zoll ebenfalls in der Nähe von Martinique 2,25 Tonnen Kokain.

Ende 2012 waren drei Segler vom Flensburger Landgericht wegen Drogenschmuggels zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Die Männer von der Insel Föhr, aus den Niederlanden und Südafrika sollen bei vier Touren jedes Mal zwischen 500 und 1000 Kilogramm Kokain über den Atlantik nach Europa geschmuggelt haben. Bei der vierten Tour wurden sie vor der Insel Sint Maarten, nördlich von Martinique, von der französischen Küstenwache festgenommen.

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