Simpler Clip - große Wirkung

Anti-Mobbing-Video wird zum Facebook-Hit

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Benjamin Drews hat mit seiner Anti-Mobbing-Botschaft offensichtlich bei vielen Facebook-Usern einen Nerv getroffen.

München - Manchmal wird man viel mehr beachtet, wenn man seine Botschaft leise verbreitet: Diese Erfahrung hat nun auch Benjamin Drews (19) gemacht: Sein Anti-Mobbing-Video verbreitet sich im Netz rasend schnell.

Es gibt aufdringliche Botschaften - und eindringliche: Das Video, das der 19-jährige Benjamin Drews (so zumindest sein Name bei Facebook) am 8. Februar 2015 um 14.55 Uhr auf seiner Facebook-Seite postete, gehört eher zu letzterer Spezies - und hat sich trotzdem rasend schnell zum Facebook-Hit entwickelt. Innerhalb von weniger als einer Woche wurde der Clip mehr als 2,2 Millionen Mal aufgerufen und über 81.000 Mal auf Facebook geteilt (Stand Donnerstag, 12. Februar, 10 Uhr).

Ein simpel gemachtes Filmchen in Schwarzweiß zeigt den ehemaligen Hauptschüler aus der Kleinstadt Weener in Ostfriesland. Seine Botschaft, nämlich ein klares Zeichen gegen Mobbing zu setzen, transportiert er nicht marktschreierisch - ganz im Gegenteil: Drews hält in dem 1:44 Minuten langen Streifen handbeschriebene Karten nacheinander in die Kamera, begleitet von Klaviermusik im Hintergrund. Zusammen genommen ergeben seine Einzelstatements folgenden Text:

Gegen Mobbing

Leute, niemand ist weniger wert, nur weil er:

eine Behinderung hat,

vielleicht nicht viel Geld hat,

vielleicht nicht so klug ist,

vielleicht nicht die beste Figur hat,

schwul, lesbisch oder bi ist,

eine andere Hautfarbe hat,

einen anderen Glauben hat,

eine andere Herkunft hat.

Mobbing-Opfer fühlen sich oft einsam und allein gelassen,

sie verletzen ihren Körper, da sie denken, dass sie anders sind,

sie haben Selbstmordgedanken!

Wie würdest "Du" dich dabei fühlen?

Nur gemeinsam können wir was bewegen! :)

Wenn du auch gegen Mobbing bist, teile dieses Video.

Bei Facebook erfährt Drews jede Menge Zustimmung von den Nutzern, und im Gespräch mit "Spiegel Online" verrät er, dass er selbst auch schon oft Opfer von Mobbing-Attacken wurde. Vor allem wegen seines Körpers sei er von Kindheit an von anderen gehänselt worden, so sehr, dass er begann, sich selbst mit einer Rasierklinge in den Unterarm zu ritzen. "Keine Sorge, ich bin nicht suizidgefährdet", gibt er zwar Entwarnung, räumt aber ein, vor dem Posten des Videos Bedenken gehabt zu haben: "Ich habe befürchtet, dass es wieder anfängt, das Mobben, die Hänseleien und der ganze Mist."

Doch die ganze Sache entwickelte sich in die vollkommen entgegen gesetzte Richtung. Drews ist überwältigt von der Resonanz, die sein stummes Statement gegen Mobbing erzeugt hat: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag postete er: "Hi, es ist unfassbar wo überall über dem Anti-Mobbing Video berichtet wird! Ich kann das alles nicht glauben! Damit hätte ich nie gerechnet. Ich hoffe einfach das ich damit wenigstens ein paar Menschen die Augen öffnen konnte! Danke für die mega Unterstützung!!"

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