Sie suchten Kontakt zu den Entführern

Anneli: Ihre Eltern posteten mysteriöse Nachricht auf Facebook

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Spurensuche auf dem Bauernhof in Lampersdorf, wo die Leiche von Anneli gefunden worden war.

Meißen - Wenige Tage nach dem Fund von Annelis Leiche kommt heraus: Die Eltern der 17-Jährigen hatten einen ungewöhnlichen Weg gewählt, mit den Entführern ihrer Tochter Kontakt aufzunehmen. Doch da war es bereits zu spät.

Update vom 23. August 2015: Mit einer bewegenden Traueranzeige haben die Familie und Angehörigen der vor zehn Tagen entführten und ermordeten Anneli aus Sachsen Abschied genommen.

Update vom 21. August 2015: Nach dem grausamen Mord an der 17-jährigen Anneli kam nun ein neues Detail ans Licht. Ihr mutmaßlicher Mörder ist unheilbar krank. War das vielleicht das Motiv?

Mit einer verschlüsselten, unscheinbar wirkenden Online-Nachricht an die Entführer seiner Tochter hat der Vater der ermordeten Anneli am Samstag versucht, die Männer zu einer erneuten Kontaktaufnahme zu überreden. Das berichtet die "Bild". Der Text erschien Samstagfrüh auf dem Facebook-Profil seines Meißener Unternehmens. Er lautet: "Ihre Ideen sind unser Antrieb! Neu: Wir unterstützen Sie bei der Finanzierung Ihrer Vorhaben! Treten Sie unbedingt mit uns in Kontakt! Wir warten auf Ihren Anruf!“

Mit den Zeilen wollten die Eltern den Entführern von Anneli zu verstehen geben: Wir werden die 1,2 Millionen Euro Lösegeld zahlen, die ihr gefordert habt. Das hatten sie bereits am Wochenende in einem offenen Brief bekräftigt.

Doch wahrscheinlich war die 17-Jährige zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Die Ermittler gehen davon aus, dass Anneli bereits am Freitag (die Uhrzeit steht noch nicht fest) sterben musste - wohl weil sie die Gesichter ihrer Kidnapper gesehen hatte. Das letzte Lebenszeichen von Anneli hatte es kurz nach der Entführung am Donnerstag gegeben - der Vater hörte wohl Schreie seiner Tochter am Telefon.

Entführer von Anneli gingen "dilettantisch" vor

Die Täter waren laut Aussagen der Polizei "dilettantisch" vorgegangen, als sie die Gymnasiastin in ihr Auto zerrten. DNA-Spuren am zurückgelassenen Fahrrad von Anneli brachten die Ermittler auf die Spur der beiden mutmaßlichen Täter, die seit ihrer Festnahme in U-Haft sitzen. Der 39-Jährige aus Bayern war nämlich unter anderem wegen eines Sexualdelikts aktenkundig. Sein Handy konnte am Sonntag geortet werden. Der Mann hatte bis vor kurzem auf dem Hof gelebt, wo am Montag Annelis Leiche gefunden worden war. Ob die 17-Jährige umgekehrt auch ihn kannte, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

Der andere Verdächtige, ein 61-jähriger Mann, wurde in Dresden festgenommen - am Montag, wie auch sein mutmaßlicher Komplize. Ihnen wird gemeinschaftlicher Mord und erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen.

Große Trauerfeier für Anneli geplant

Die evangelische Kirchgemeinde von Annelis Familie plant am 29. August eine große Trauerfeier im sächsischen Sora. Vorbereitet wird sie vom Pfarrer von St. Afra, Bernd Oehler. Bestattet werde die 17-Jährige zu einem noch nicht bekannten Termin ebenfalls in Sora, in dessen Nachbarschaft die Familie lebt. In der dortigen Kirche gibt es am Freitag außerdem eine Andacht.

„Wir rechnen mit einem Ansturm“, sagte eine Mitarbeiterin der St.-Bartholomäus-Kirchgemeinde Röhrsdorf. Im Pfarrhaus und der Frauenkirche Meißen brennen Kerzen für das Mädchen. „Viele Menschen suchen Trost, es herrscht tiefe Trauer.“

„Wir stehen schaudernd vor dem Ungeheuerlichen, zu dem Menschen in der Lage sind“, heißt es in einem Trauer-Text neben einer Kerze in der Meißner St.-Afra-Kirche. Im Pfarrhaus gibt es einen Raum der Stille für individuelle Trauer und Fürbitten. Auch die Familie hat vor ihrem Haus eine Gedächtnisecke für Anneli eingerichtet, wo Kerzen aufgestellt, Botschaften und Andenken abgelegt werden können. Für Nachbarn, Bekannte, Mitschüler, Kollegen, aber auch Menschen ohne direkten Bezug zu Anneli sei das gewaltsame Ende ihres jungen Lebens „völlig unbegreiflich“, sagte Pfarrer Oehler.

Auf Facebook hatte sich der Cousin von Anneli für die überwältigende Welle der Anteilnahme bedankt

DNA-Untersuchung bestätigt Identität von Anneli

Inzwischen hat auch die Prüfung der DNA ergeben, dass es sich bei der gefundenen Leiche um Anneli handelt. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, am Donnerstag. Die Ermittler waren zuvor bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen.

hn/dpa

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