Wie Promis Flüchtlingen helfen

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Udo Lindenberg zeigt Solidarität mit den Flüchtlingen. Foto: Peter Steffen

Immer mehr Prominente engagieren sich für Flüchtlinge und sprechen sich aus gegen Fremdenhass und rechte Gewalt. Jüngstes Beispiel: Joko & Klaas. Das Duo wendet sich im Netz gegen die "Ich bin zwar kein Nazi, aber...-Idioten".

Berlin (dpa) - Jetzt auch Joko & Klaas: Viele Prominente halten nicht länger still, sondern setzen sich für Flüchtlinge ein. Das Schicksal der Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, bewegt auch sie - immer mehr positionieren sich gegen Fremdenhass und rechte Gewalt.

Womit bekannte Gesichter wie Til Schweiger, Herbert Grönemeyer oder Sarah Wiener den Menschen helfen wollen:

KLARE WORTE: In einem YouTube-Video findet das Spaßmacher-Duo Joko Winterscheidt (36) und Klaas Heufer-Umlauf (31) ernste Worte gegen Fremdenhass. Eine erbärmliche Minderheit ihrer Fans gehöre leider zu der Sorte Mensch mit der Haltung "Ich bin zwar kein Nazi, aber...". "Ihr bleibt erbärmliche Trottel, die sich auf Kosten der Ärmsten der Armen profilieren wollen", sagt Heufer-Umlauf in dem Video vom Mittwoch. Winterscheidt fügt hinzu: "Früher oder später wird euer Zwergenaufstand abgeblasen. Ihr packt eure Fackeln ein und lungert nachts nicht mehr vor Flüchtlingsheimen rum." Zuvor hatten sich bereits Musiker wie Herbert Grönemeyer (59) und Campino (53) von den Toten Hosen, Schauspielerin Natalia Wörner (47) oder Fernsehmoderatorin Anja Reschke (42) klar gegen fremdenfeindlichen Hass positioniert.

MUSIK: Panikrocker Udo Lindenberg (69) ist einer der Musiker, die beim Solidaritätskonzert für Flüchtlinge am 4. Oktober in Berlin auftreten. "Ein klares Bekenntnis ist jetzt wichtig: Wir heißen Flüchtlinge, die Entsetzliches wie Krieg, Tod, Vergewaltigung erlebt haben, willkommen - und wir kümmern uns auch", sagte Lindenberg der "Bild"-Zeitung. "Eine bunte Republik ist selbstverständlich." Sein Kollege Heinz Rudolf Kunze (58) ruft dazu auf, für die Aktion "Musik hilft" Instrumente zu spenden, die nicht mehr gebraucht werden. Er denkt, dass die Menschen in Not nicht nur Essen und Kleider brauchen.

ESSEN: Die Fernsehköchin Sarah Wiener (53) hat in einer neuen Mitmach-Aktion Essen an Flüchtlinge in Berlin verteilt. Ähnlich wie bei der "Ice Bucket Challenge" kann man bei der "Welcome Challenge" Kandidaten in Internet-Videos aufrufen, sich zu engagieren. Hinter der Idee stecke, dass der normale Mensch so wie sie Flüchtlinge einfach willkommen heiße, sagt Wiener. Sie findet: "Kein Mensch ist illegal." Sie brachte einer Flüchtlingsunterkunft in Tempelhof 150 Portionen Bio-Gemüsesuppe mit Brot.

KLEIDUNG: Jan Böhmermanns (34) Satire-Sendung Neo Magazin Royale forderte bei Twitter zu Kleiderspenden auf: "Wir sammeln heute am Studio Klamotten für Flüchtlinge. Wenn ihr also was übrig habt, bringt die Sachen gern mit. Ja, das ist ernst gemeint", twitterte die Redaktion am Mittwoch. Fast 500 Mal wurde der Tweet im Kurznachrichtendienst geteilt, knapp 1300 favorisierten den Aufruf.

BAU EINES FLÜCHTLINGSHEIMS: Til Schweiger (51) will in einer alten niedersächsischen Kaserne beim Bau eines "Vorzeige-Flüchtlingsheims" helfen. Er gründete zur Unterstützung von Flüchtlingen außerdem die Stiftung "Til Schweiger Foundation", zum Stiftungsrat gehören unter anderem Bundestrainer Joachim Löw (55), Rapper Thomas D. (46) und SPD-Chef Sigmar Gabriel (55). Kürzlich dann machten sich Unbekannte auf dem Grundstück von Schweigers Hamburger Villa zu schaffen. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz, weil hinter der Tat ein politisches Motiv stecken könnte.

EINSATZ: Die Schauspieler Friederike Kempter (36) und Benno Fürmann (43) engagieren sich bei der UN-Flüchtlingshilfe - wie Hollywoodstar Angelina Jolie. Fürmann sagt: "Flüchtlinge gehören zu uns." Sie bildeten eine Art Subkultur, von der man nichts mitkriege. Er will helfen, das zu ändern. In Berlin haben die Kabarettisten Dieter Hallervorden (79) und Eckart von Hirschhausen (48) sowie Fernsehmoderator Jörg Thadeusz (47) eine Willkommensinitiative im eher vornehmen Steglitz-Zehlendorf unterstützt.

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