Spanische Weihnachtslotterie - über zwei Milliarden Euro

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In Spanien gehört die Lotterie zu Weihnachten zum Fest wie anderswo der Tannenbaum. Foto: Javier Lizon

"Am Dienstag werde ich meine Geldsorgen los sein." Diese Hoffnung hegen zahllose Spanier, wenn die Glückslose der Weihnachtslotterie gezogen werden. Die Lotterie ist über 200 Jahre alt und gehört in Spanien zum Weihnachtsfest wie anderswo der Tannenbaum.

Madrid (dpa) - Die spanische Weihnachtslotterie ist die größte und älteste Lotterie der Welt. Wenn an diesem Dienstag die Glückslose gezogen werden, wird über das Land wieder ein warmer Geldregen hinweggehen. Für Millionen Spanier ist Weihnachten ohne die Lotterie nicht vorstellbar.

Weshalb ist die Lotterie so erfolgreich?

Sie schüttet einen relativ hohen Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Lose als Gewinne aus - und zwar 70 Prozent. Zudem ist die Lotterie über 200 Jahre alt und im Laufe der Zeit für die Spanier zu einer festen Einrichtung geworden. "Alle Länder haben ihre Lotterien, aber unsere ist einzigartig", sagte die Chefin der staatlichen Lotteriegesellschaft (LAE), Inmaculada García. "Sie ist als eine Tradition so fest verwurzelt, dass sie einen Teil unserer Kultur bildet." Die Lotterie ist auch ein Gemeinschaftserlebnis, denn viele Spanier teilen sich Lose mit Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen.

Wie funktioniert die Ziehung?

Aus einer Trommel werden Kugeln gezogen, auf denen jeweils eine Losnummer von 1 bis 100 000 verzeichnet ist. Aus einer zweiten Trommel kommen die Kugeln, die die Gewinnsumme für das jeweilige Glückslos festlegen. Der Hauptgewinn "El Gordo" (der Dicke) beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. Diese Summe wird 160 mal ausgezahlt, weil jede Losnummer 160 mal verkauft wird. Da ein ganzes Los 200 Euro kostet, begnügen die Spanier sich in der Regel mit Zehntellosen, für die es dann auch nur ein Zehntel der jeweiligen Gewinnsumme gibt. Die Prozedur der Ziehung zieht sich über drei Stunden hin, weil es viele kleinere Gewinne gibt.

Welche Summe wird insgesamt ausgeschüttet?

Im Prinzip werden gut 2,2 Milliarden Euro an Gewinnen ausgezahlt. In der Praxis ist die Summe aber etwas niedriger. Das liegt daran, dass nicht alle angebotenen Lose verkauft werden. Die Gewinne, die auf die Nummern von nicht verkauften Losen entfallen, gehen an den Staat.

Dann ist der Staat der große Gewinner bei der Lotterie?

Der Fiskus bekommt nicht nur das Geld aus den Gewinnen von Losen, die die Verkaufsstellen zurückgeben haben. Das Finanzamt erhält auch einen Teil der Einnahmen. Obendrein kassiert es von allen Gewinnen über 2500 Euro eine Steuer von 20 Prozent. Diese Abgabe war vor drei Jahren aufgrund der Finanzkrise als "vorübergehende Maßnahme" eingeführt worden. Derzeit hat aber keine der politischen Parteien die Absicht, die Steuer wieder abzuschaffen.

Was machen die Gewinner mit dem Geld?

Die Weihnachtslotterie schüttet zwar große Summen aus, macht aber kaum Gewinner zu Millionären. Bei einem Zehntellos gibt es für "El Gordo" 400 000 Euro. Nach Abzug der Steuer bleiben davon noch 320 000 Euro. Das reicht in der Regel nicht aus, den Job zu kündigen und sich zur Ruhe zu setzen. TV-Reporter, die in den vergangenen Jahren Gewinner nach der Verwendung des Geldes gefragt hatten, bekamen häufig zur Antwort: "Ich werde damit finanzielle Lücken schließen." Das heißt: Es werden Schulden beglichen, Schäden an der Wohnung behoben oder Gelder an bedürftige Angehörige abgetreten. Einige Gewinner sagten: "Mal sehen, ob etwas für eine kleine Reise übrig bleibt."

Homepage der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE - Spanisch

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