Bislang unveröffentlichtes Video-Material

"Montage of Heck": Doku über Kurt Cobain

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Kurt Cobain in einer Szene des Kinofilms "Cobain: Montage of Heck" vom 01.04.2015 (undatierte Filmszene). Die Dokumentation kommt am 09.04.2015 in die deutschen Kinos.

Berlin - Frances Bean, die Tochter von Kurt Cobain, hat anlässlich des 21. Todestages eine Doku über ihren berühmten Vater gedreht. Fans bekommen demnächst bislang unveröffentlichtes Video-Material zu sehen.

„I'm Kurt Cobain“. Diese zarte Kinderstimme soll später als Sprachrohr einer ganzen Generation ihre Wut in die Welt hinausbrüllen. Doch davon ahnen die Geburtstagsgäste bei dem Fest für den fröhlichen, blonden Jungen noch nichts, der im Garten herumtollt und mit einer Gitarre spielt. Nur der Mittelfinger, den der Kleine in die Kamera zeigt, lässt einen Vorgeschmack zu auf die Rolle, die er einmal für Millionen junger Menschen auf der Welt spielen soll.

Es sind zum Teil bislang nie gezeigte Bilder von Kurt Cobain, die Regisseur Brett Morgen für seinen Dokumentarfilm über einen der größten Rockstars zur Verfügung hatte. Cobains Tochter Frances Bean hat den Film über ihren berühmten Vater produziert und ermöglichte Morgen den Zugang zum bislang unveröffentlichten Nachlass der Rocklegende, der in Kisten in einem Lagerhaus verwahrt wurde.

„Montage of Heck“ heißt der Film, der an diesem Donnerstag, kurz nach dem 21. Todestag Cobains, für kurze Zeit ins Kino kommt. Es ist der Titel eines frühen Mixtapes des Nirvana-Sängers, der sich am 5. April 1994 im Alter von nur 27 Jahren in Seattle erschoss. Sein Selbstmord machte ihn zum Mitglied im tragischen „Club 27“, dem auch Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und Amy Winehouse beigetreten sind. Der Titel des Films heißt wohl so viel wie „Montage aus der Hölle“ oder „Montage des Teufels“.

Morgen kombiniert Bilder aus Kindertagen, Home-Videos von Cobains zweitem Geburtstag bis zum ersten Geburtstag seiner Tochter Frances Bean, Demo-Tapes und Interviews mit seinen Eltern, seiner Witwe Courtney Love, seiner Ex-Freundin und seinem Bandkollegen Krist Novoselic zu einem einzigartigen Porträt.

Die beeindruckenden, düsteren Skizzen und Gemälde des Nirvana-Sängers und Autors der meisten Lieder der Band („Smells Like Teen Spirit“) lässt Morgen in Animationen lebendig werden - ebenso wie Cobains Jugenderinnerungen, die er als Comics illustrieren lässt. Eine ebenso großartige wie verstörende Collage von brachialer Gewalt ergibt sich daraus, ein Film wie ein Nirvana-Album. „Die intimste Rock-Dokumentation aller Zeiten“, urteilt der „Rolling Stone“.

Er zeichnet des Bild eines jungen Mannes, dessen Wunden, die ihm in der Kindheit zugefügt wurden, nie verheilten und wohl nicht einmal vernarbten. Nach der Trennung seiner Eltern heimatlos geworden, war er Zeit seines Lebens zerrissen zwischen dem Wunsch nach Familie und Geborgenheit und der unbändigen Wut darüber, dass ihm dieses Recht in der Kindheit verwehrt wurde. „Es tat ihm unglaublich weh, bloßgestellt zu werden“. Einen Satz wie diesen sagt fast jeder über Cobain, der in dem Film zu Wort kommt.

Passenderweise konterkariert Morgen in seinem Film Ausschnitte aus Nirvana-Musikvideos mit schwer zu ertragenden Bildern US-amerikanischer Spießbürgerlichkeit, die nicht nur Cobain damals wie blanker Hohn erschienen sein muss. Nicht umsonst wurde er schließlich das Idol so vieler junger Menschen seiner Zeit.

dpa

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