#OscarsSoWhite

Shitstorm: Keine Schwarzen für die Oscars nominiert

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Los Angeles - Auch dieses Jahr sind bei den Oscars keine afroamerikanischen Schauspieler nominiert worden, das sorgt für Entrüstung. Im Netz machen die Menschen ihrem Ärger Luft.

Update vom 22. Februar 2016: Neben der Debatte um #OscarsSoWhite interessieren sich Filmfans natürlich wieder für die Frage, welche Schauspieler und Filme für die Verleihung nominiert sind. In 24 Kategorien werden die Trophäen heuer wieder vergeben. Wir haben alle Nominierungen für die Oscars 2016 zusammengefasst.

Weil bei den Oscar-Nominierungen wie schon im vergangenen Jahr schwarze Schauspieler oder Regisseure komplett fehlen, ist in den USA ein Sturm der Entrüstung entbrannt. Kaum waren die Nominierungen am Donnerstag in Los Angeles verkündet, fand sich im Kurzbotschaftendienst Twitter der Hashtag #OscarsSoWhite (Oscars so weiß). "Bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 gab es mehr Vielfalt", schrieb ein Nutzer.

Ein anderer Kritiker schrieb im Internet über die "Unerträgliche Weißheit des Seins." Der liberale Blog ThinkProgress merkte ironisch an, dass "Hollywood ganz eindeutig Fortsetzungen liebt: Das zweite Jahr in Folge bekommen null farbige Schauspieler Oscar-Nominierungen".

Idris Elba zählte zu den Favoriten - Keine Nominierung

Zu den schwarzen Schauspielern, denen zuvor Aussichten auf eine Nominierung eingeräumt worden waren, zählten Idris Elba für seine Rolle als afrikanischer Warlord in dem Kriegsdrama "Beasts of No Nation", Will Smith für seine Rolle als Gerichtsarzt in dem Football-Drama "Concussion" sowie Michael B. Jordan für seine Hauptrolle als junger schwarzer Boxer in "Creed - Rocky's Legacy".

Dass bei "Creed" nur Silvester Stallone in seiner klassischen Rolle als Rocky Balboa für die beste Nebenrolle nominiert wurde, ärgerte einen Twitter-Nutzer: Die Oscars seien so weiß, dass "'Creed' mit einem schwarzen Regisseur und einem schwarzen Hauptdarsteller nur für seine weißen Figuren" gewürdigt werde, schrieb er.

Präsidentin der Oscar-Akademie: "Wir müssen mehr Tempo machen"

Die Präsidentin der Oscar-Akademie, Cheryl Boone Isaacs, zeigte sich betrübt über die wiederholte Nicht-Nominierung dunkelhäutiger Schauspieler. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte sie dem US-Portal „Deadline“ nach den Nominierungen am Donnerstag. Aber das ändere nichts an der Größe der anderen nominierten Filme. Über die Oscar-Nominierungen und später auch Gewinner entscheiden die rund 6000 Filmschaffende der Oscar-Akademie. „Wir müssen mehr Tempo machen“, sagte Boone Isaacs über die Bestrebungen, die Vielfalt in Hollywood zu steigern.

Bis heute gibt es nur etwas mehr als ein Dutzend schwarzer Oscarpreisträger, darunter Sidney Poitier, Denzel Washington, Halle Berry, Morgan Freeman und Jennifer Hudson.

Das sind die Oscar-Favoriten 2016 

Der Western-Thriller "The Revenant - Der Rückkehrer" geht als großer Favorit in die diesjährige Oscar-Verleihung. Der Film über den Rachefeldzug eines Abenteurers in der nordamerikanischen Wildnis wurde am Donnerstag in Los Angeles für insgesamt zwölf Oscars nominiert, unter anderem in der Königskategorie "Bester Film". Auch Regisseur Alejandro González Iñárritu und Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio sind Anwärter auf einen der begehrten Filmpreise.

Ebenfalls große Chancen auf einen Oscar haben der Endzeitfilm "Mad Max: Fury Road" mit zehn Nominierungen und der Weltraumstreifen "Der Marsianer" mit sieben Nominierungen. In je sechs Kategorien nominiert sind Steven Spielbergs Agentenfilm "Bridge of Spies" und das lesbische Liebesdrama "Carol".

AFP/dpa

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