Hype am Handgelenk

Mauer Verkaufsstart: Wird die Apple Watch zum Flop?

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Auch in Japan hat der Verkaufsstart der Apple Watch begonnen.

Cupertino/Berlin - Nach monatelangem Hype beginnt für die Apple Watch der Alltagstest. Seit Freitag bekommen Online-Käufer ihre Computeruhren zugeschickt. Besucher des Apple Stores werden dagegen enttäuscht.

Die Computeruhr Apple Watch wird ab Freitag an die ersten Käufer ausgeliefert. Der von Apple gewohnte große Produktstart mit Schlangen vor den Läden bleibt hingegen diesmal aus. In der japanischen Hauptstadt Tokio standen am Vormittag vor einem Apple-Geschäft nur rund 30 Kunden, die meisten von ihnen Männer, um sich die Uhr abzuholen.

Wir die Apple Watch zum Flop?

Die Uhr wird voraussichtlich auch den ganzen Mai nicht direkt in den Apple Stores zu kaufen sein. Dem Marktforschungsunternehmen NLD Group zufolge hat Apple zum einen nicht genügend Computeruhren, um sie schon in seinen Läden verkaufen zu können. Zum anderen sei das Unternehmen unsicher, wie die Uhr tatsächlich ankomme: Sie ist komplizierter zu bedienen als ein Smartphone.

Bis dahin kann man sie lediglich online bestellen. Auch hier werden Wartezeiten bis Juni angezeigt. Bislang ist unklar, ob das von einem überragenden Interesse oder Produktions-Engpässen zeugen. Apple nannte keine Verkaufszahlen. Auch ob es solche Angaben überhaupt geben wird, ist offen. Der Konzern kündigte bereits an, dass die Zahlen zur Uhr in der Rubrik „sonstiges Geschäft“ versteckt sein werden. Man wolle der Konkurrenz keine Hinweise geben, hieß es.

Zugleich sollten aber bereits am Freitag Uhren in wenigen ausgewählten Modeboutiquen großer Hauptstädte verkauft werden. Nach Informationen der „New York Times“ soll es einige hundert Geräte pro Laden geben.

Das kann die Apple Watch

Nutzer der Apple Watch können auf dem quadratischen Display der Uhr unter anderem E-Mails abfragen oder auf Straßenkarten nach dem Weg suchen, sie können telefonieren, Nachrichten lesen und Musik hören. Solche Anwendungen laufen dabei nicht auf der Uhr selbst, sondern auf dem gekoppelten iPhone des Nutzers. Die Watch braucht - im Gegensatz zu einigen Konkurrenzmodellen - das iPhone, um sich mit dem Internet zu verbinden.

Zum Start der Uhr sind bereits mehr als 2300 Apps für die Uhr verfügbar. In den vergangenen Wochen erweiterten alle möglichen Anbieter ihre Anwendungen um Watch-Funktionen. Es gibt Apps für Fitness, Wetter, Notizen, Nachrichten, Restaurant-Reservierungen oder die Anzeige von Reise-Informationen.

Mit dem Bezahldienst Apple Pay wird die Computeruhr zudem zu einer Art elektronischen Geldbörse. Ein zentrales Element sind Gesundheits- und Fitnessanwendungen, die beispielsweise den Puls messen können.

Mit dem breiten Start kommt auch der Härtetest für Apples Versprechen, dass die Batterie der Watch den ganzen Tag durchhalten soll.

11.000 Euro für goldene Apple Watch

Es ist der erste Vorstoß von Apple in eine neue Produktkategorie seit dem Start des iPad-Tablets im Frühjahr 2010. Marktforscher trauen dem iPhone-Konzern zu, die bisherigen Verkäufe der Konkurrenz im Geschäft mit Computeruhren schnell zu übertreffen. Apple vermarktet die Watch mehr denn je auch als Mode-Artikel. Die günstigste Sport-Variante kostet 399 Euro. Und die Preise für die goldene Edition-Version starten - bei gleicher Technik - bei 11.000 Euro. In den vergangenen Wochen ließen sich Prominente wie die Musiker Beyoncé oder Pharrell Williams oder Designer Karl Lagerfeld mit der Apple-Uhr am Handgelenk blicken.

dpa/Afp

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