Fotos mit der Digitalkamera – so gelingen sie immer!

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Um auch als Laie gute Fotos zu schießen, braucht es kein teures Equipment, sondern nur ein paar Grundregeln.

Fotografieren, kontrollieren, löschen, neu versuchen. So läuft die Arbeitsweise vieler Digitalkamera-Besitzer. Das muss nicht sein. Unser Leitfaden zeigt wie’s geht

Eine der Segnungen der Digitalisierung ist, dass heute jeder mit der Digitalkamera auch ohne Labor hervorragende Fotos schießen kann. Wer mit fotografisch geschultem Auge aber beispielsweise durch die Social-Media-Galerien fährt, stellt fest: Schön sind die wenigsten Fotos – und das, obwohl der Fotografierende vielleicht sogar mit einer Spiegelreflexkamera arbeitete. Dabei ist es mit einigen Kniffen äußerst einfach, auch mit der Discounter-Kamera schöne Bilder zu schießen und dabei fotografisch und bildgestalterisch auf hohem Niveau rangieren. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, worauf es dabei ankommt. Welche Kamera Sie Ihr Eigen nennen, ist erst einmal zweitrangig.

Schritt 1: Kenne deine Kamera

Die mit Awichtigste Voraussetzung für gute Bilder ist, die Kamera, ihre Einstellmöglichkeiten und Menüführung zu beherrschen. Daher sollte jeder Kamerabesitzer mindestens einmal die Gebrauchsanweisung durchlesen und nicht bloß überfliegen. Machen Sie sich vertraut mit den Menüs und Untermenüs und wenn Sie etwas nicht verstehen, zögern Sie nicht, dies im Internet nachzulesen.

Grundbegriffe:

  • Brennweite: Bezeichnet die Distanz zwischen Linse und dem Schnittpunkt des einfallenden Lichts. Je größer die Zahl, desto näher kann an Objekte herangezoomt werden.
  • Belichtungszeit: Ist die Dauer, während der die Kamera es dem Licht ermöglicht, auf den Sensor zu treffen.
  • Blende: Die regulierbare Öffnung in der Linse, die bestimmt, wie viel Licht auf den Bildsensor der Kamera fällt. Je kleiner die Zahl, desto weiter offen.
  • ISO: Bezeichnet die Empfindlichkeit des Sensors. Wird ein hoher ISO-Wert gewählt, steigt das Bildrauschen, es können aber auch bei Dunkelheit noch Fotos geschossen werden.
  • Weißabgleich: Sorgt dafür, dass Fotos farbgetreu wiedergegeben werden. Ausgangspunkt ist ein (von der Kamera) errechnetes Weiß anhand vorhandener Lichtverhältnisse.
  • Zoom: Wird bei günstigeren Digicams anstelle der Brennweite angegeben. Da sich Linsen und Chipgrößen unterscheiden, existiert kein einheitlicher Umrechnungsfaktor.

Schritt 2: Grundeinstellungen

Profikameras können die wichtigsten Einstellungen über Knöpfe regeln. Bei günstigen Kameras liegen diese in Menüs verborgen. Allerdings benötigen Hobbyfotografen sie auch nicht, um gute Bilder zu schießen. Die Automaik kann alles allein regeln.

Die meisten Kameras kommen ab Werk mit passenden Grundeinstellungen. Während des Kennenlernens der Kamera sollten diese allerdings zumindest kontrolliert werden. Für den „Wald und Wiesen Fotograf“ reicht es meist völlig aus, die Einstellungen auf „Automatik“ zu setzen. Dies vor allem, weil Blende, Belichtungszeit und Co in klassischen Kompakt- und vielen Systemkameras meist in den Menüs versteckt und nur über Umwege zu erreichen sind.

Prinzipiell gilt demnach folgendes: Belichtung, Blende, ISO, Weißabgleich auf „Auto“. Damit bleibt dem Fotografen mehr Zeit, sich auf das eigentliche Bild zu konzentrieren. Zu den Grundeinstellungen gehört es übrigens auch, entsprechendes (und leider etwas teures) Fotopapier zu beschaffen, sofern die Bilder zuhause ausgedruckt werden sollen. Warum? Auch wenn normales Papier noch so aufwändig herzustellen ist, gibt nur Fotopapier das Motiv tatsächlich so wieder, wie es sich auf dem Bildschirm präsentiert. Normales Papier ist viel zu grobfaserig dafür, sodass die Drucktinte verläuft und die Details verschwimmen.

Schritt 3: Das Motiv

Hier wurde beim unteren Bild der Ausschnitt mehr in Richtung der Gitternetzlinien ausgerichtet, was das Bild harmonischer wirken lässt.

In vielen Kamera-Einstellungen findet sich der Unterpunkt „Gitternetz“. Dieser solle aktiviert werden, denn er hilft ungemein dabei, gute Fotos zu schießen. Grundsätzlich gilt: Das Motiv sollte nie in der Mitte des Bildes liegen, sondern immer im Schnittpunkt zweier Linien. Das lässt das Foto professioneller wirken. Dabei muss beileibe keine „Reine Lehre“ verfolgt werden, wie auch unser Beispielbild zeigt. Falls Sie jetzt alte Digitalfotos auf diese Weise trimmen möchten: Das im Windows-Betriebssystem integrierte Malprogramm „Paint“ ermöglicht auch das Zuschneiden von Bildern. 

Apropos zuschneiden: Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Bildrand keine Körperteile „abschneidet“. Achten Sie auch darauf, dass sich oberhalb des Kopfes etwas „Luft“ befindet, sprich, dass das Bild nicht mit dem Kopf endet. 

Ein weiterer Trick: Orientieren Sie sich über das Gitternetz an senkrechten Objekten (Türrahmen, Fenster, Bäume) damit bleiben die Bilder im Lot. 

Ein letzter Motivtipp betrifft den Zoom: Viele günstige Kompaktkameras verfügen über einen optischen (Bei dem die Linse mechanisch reguliert) und einen digitalen Zoom. Letzterer sollte nur in Extremfällen verwendet werden, denn er reduziert die Pixelzahl und macht das Bild grobkörniger. Halten Sie sich an die Regel, die einer der berühmtesten Kriegsfotografen aufstellte:

Wenn deine Fotos nicht gut genug sind, dann warst Du wahrscheinlich nicht dicht genug dran“ Robert Capa

Schritt 4: Licht

Die meisten Digitalkameras verfügen über einen eingebauten Blitz. Grundsätzlich gehört dieser ausgeschaltet. Warum? Diese Blitze eignen sich nur für Schnappschüsse auf Distanzen von bestenfalls zehn Metern. Wer im Innenraum bei damit fotografieren will, sorgt dafür, dass das Motiv extrem hell angestrahlt wird. Gleichzeitig regelt im Hintergrund jedoch die ISO-Automatik, was wiederum zur Folge hat, dass alles, was nicht im Lichtkegel des Blitzes liegt, stockdunkel wirkt – ein natürliches Foto lässt sich damit nicht erzielen. Und auch bei Großveranstaltungen sieht man in den Zuschauerrängen immer wieder Blitze aufleuchten: Aus dem gleichen Grund vollkommen sinnlos. Daher gilt: Bevor der Blitz eingeschaltet wird, sollten zunächst alle anderen Möglichkeiten des Lichts ausgeschöpft werden. Sprich: Deckenlichter einschalten, Vorhänge öffnen usw.

Vertrauen Sie lieber auf die ISO-Automatik. Diese ermöglicht es auch bei suboptimalen Lichtverhältnissen, noch annehmbare Bilder zu schießen. Wer seine Bilder noch verbessern möchte, oder beispielsweise vorhat, große dunkle Räume wie Kirchen zu fotografieren, der sollte ein paar Euro in ein leichtes Stativ investieren. Das ermöglicht es, mit langen Belichtungszeiten zu arbeiten, ohne dass der ISO-Wert steigt und das Bild körnig macht. Umgekehrt kann auch nichts verwackeln, was je nach Brennweite/Zoomfaktor schon bei Belichtungszeiten länger als 1/50 Sekunden passiert.

Ganz falsch: Hier wurde nicht nur der Kopf beschnitten und die Finger kommen „aus dem Nichts“. Auch lässt der Blitz die Haut wächsern wirken und erzeugt zudem den „Rote-Augen-Effekt“.

Sollen nur Kleinigkeiten fotografiert werden, etwa, um etwas online zu verkaufen, reichen auch links und rechts außerhalb des Bildausschnitts positionierte Schreibtischleuchten, um ein ausgeleuchtetes und schattenfreies Ergebnis zu erzielen.

Übrigens: Auch wenn Sie beim Strandurlaub den Partner noch so gerne mit dem Sonnenuntergang auf ein Motiv bringen würden: Im Idealfall hat der Fotograf das Licht immer im Rücken, bestenfalls bis zu 45 Grad links und rechts davon. Gegenlichtaufnahmen gehören zur gehobenen Fotografie und erfordern nicht nur zusätzliche Ausrüstung, sondern auch Bildbearbeitungssoftware. Achtung: Bei falscher Durchführung von Aufnahmen gegen sehr helle Lichtquellen wie die Sonne kann der Chip der Kamera auch irreparabel beschädigt werden.

Schritt 5: Losfotografieren

Abseits dieser Grundbegriffe gibt es beim Fotografieren nur eine Regel, die in vielen Hobbys gilt. Sie lautet „Übung macht den Meister“. Für Kamerabesitzer: Nehmen Sie die Kamera ruhig überall hin mit. Machen Sie von Kleinigkeiten Fotos und behalten Sie dabei immer die genannten Regeln im Hinterkopf. Passieren kann nichts, schlechte Fotos lassen sich im Notfall immer löschen.

Quelle: Solinger Tageblatt

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