"Sammle 70.000 Likes"

Fake oder nicht? Rätsel um Wette zu Trump-Rücktritt

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Donald Trump hat viele Gegner.

Los Angeles - Romeo Simon Geca hat eine klare Meinung: Er kann Donald Trump nicht ausstehen. Jetzt will der junge Mann mit dem Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten eine Wette abgeschlossen haben.

Wenn ein Facebook-Post mehr als 113.000 Reaktionen hervorruft, 17.000 Mal kommentiert und mehr als 7700 Mal geteilt wird, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Genau das ist nämlich ist auf dem Profil von Jeffrey Alvarez passiert. Dabei hat der 16-Jährige US-Teenager nur einen Post geteilt - doch der hat es in sich. 

Am Anfang der Geschichte steht ein Screenshot eines Instagram-Dialogs: Jemand hat demnach über die beliebte Social-Media-Plattform den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump kontaktiert. Der Unbekannte, dessen Name unkenntlich gemacht wurde, hat eine freche Frage an den umstrittenen Multimilliardär: "Das klingt jetzt sicher blöd und ich weiß nicht, ob Sie mich ernst nehmen werden", ist zu lesen, "aber wie viele Facebook-Likes braucht es, damit Sie aus dem Rennen um das Oval Office ausscheiden?"

70.000 Likes - die Wette gilt

Und offensichtlich hat der so Provozierte auch geantwortet: "Ernsthaft jetzt?", poltert Trump zurück. "Sieh mal, jeder in Amerika will, dass ich Präsident werde", zeigt sich der Möchtegern-Präsi wie gewohnt selbstbewusst, "also möchte ich mal sehr bezweifeln, dass du dein Ziel erreichst. Aber ich geb dir eine Chance: Sammle 70.000 Likes und 9000 Kommentare. Viel Glück."

Jeffrey Alvarez darf mit seinen 16 Jahren zwar noch nicht wählen gehen, dennoch macht er online seinen Einfluss geltend - und der ist bei mehr als 450.000 Abonnenten seines Facebook-Profils nicht unerheblich. Eine Unmenge von ihnen nimmt die Herausforderung an und klickt, was das Zeug hält, in der Hoffnung, Trump damit in die ewigen politischen Jagdgründe zu schicken.

Er hat den frechen Deal erdacht

Natürlich hat es nicht lange gedauert, und der tatsächliche Urheber der Trump-Wette wurde ausfindig gemacht. Es handelt sich um Romeo Simon Geca, wie ein Reddit-User mit dem unzensierten Screenshot beweist. Tatsächlich schaffte es das Internet in weniger als einer Woche, das vorgegebenen Ziel nicht nur zu erreichen, sondern um ein Vielfaches zu übertreffen. Grund genug für Geca, sich erneut bei dem Mann mit dem Dauerticket zum Fremdschämen zu melden und ihn an den Deal zu erinnern.

Trump bricht sein Versprechen

Der Baulöwe musste bekanntermaßen schon öfters zurückrudern, wenn er sich verbal in eine Sackgasse manövriert hatte - und auch dieses Mal spielt Trump nicht fair: Anstatt seine Niederlage einzugestehen und aufzugeben, legt er die Latte einfach ein ganzes Stück höher: "Ich dachte nicht, dass du so viele Likes bekommst. Bei einer Million gilt es diesmal wirklich." Der um seinen Sieg Betrogene regt sich verständlicherweise mächtig auf. 

Was steckt wirklich hinter der Like-Sammelei?

Zumindest tut er so. Denn es gibt mittlerweile berechtigte Zweifel an Gecas Geschichte. So ist die Schrifttype auf dem angeblichen Screenshot der Instagram-Unterhaltungen nicht die, die auf dem Netzwerk verwendet wird. Auch müsste sich der Deal, wenn er denn stattgefunden hat, auf Trumps diversen Online-Profilen finden lassen. Doch davon ist dort keine Spur.

Wie es aussieht, sind also Tausende Trump-Gegner einem Like-Sammler in die Falle getappt. Schließlich tun viele nach oben gereckte Daumen nicht nur dem Ego gut, die Zustimmungen lassen sich in bare Münze umwandeln. 

Was für eine linke Tour! Sollte Geca planen, in die Politik zu gehen - das Zeug dazu scheint er zu haben ...

Donald Trumps Pleiten, Pech und Pannen

hn

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