Für Traumtage

VW Beetle Cabrio: Genießerstück mit Biss

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Glänzender Lack, reduzierte Optik – das Cockpit des Beetle Cabrio macht richtig Retrolust …

Es gibt Autos, die sind gebaut für die unbeschwerten Tage des Lebens. Wenn die Luft nach Champagner riecht und das Wasser voller Perlenschnüre ist.

Wenn man nicht in die Arbeit fahren muss, wenn man statt in den fünften in den Müßiggang schaltet. So ein Auto ist das VW Beetle Cabrio.

Deutlich schöner als sein Vorgänger, vor allem wegen des kecken Hecks, das in der 210-PS-Variante mit einem markanten Spoiler beflügelt ist. Und wegen der – so ist ja der Trend der Zeit – bis fast in die Unendlichkeit reichenden Individualisierungsmöglichkeiten auch im Innenraum. Unser Modell hat zum Beispiel flotte Klavierlackapplikationen.

Also: Unser Steinway kann fahren! Und wie! Und auch noch offen! Das Stoffverdeck senkt und hebt sich in 9,5 Sekunden und das bis Tempo 50. So schnell kann die Gewitterfront vom Ammersee gar nicht aufziehen, schon sitzen wir im Trockenen.

Der Motor hat Biss, GTI-Biss, denn im dortigen Golf werkelt das gleiche Aggregat (von 0 auf Tempo 100 in 7,6 Sekunden). Aber heute lassen wir Golf Golf sein, denn wir sitzen im Beetle, nein im Käfer. Und welch Wunder, der Motor klingt auch noch wie der alte Käfer-Boxer, der uns in der Jugend in mindestens zwei Modellen (das eine rot mit Halbautomatik, das andere gelb mit einem Golfball-Schalthebel) begleitet hat. Apropos Sound: Wenn man das Handschuhfach schließt, klingt es genauso wunderbar blechern wie das im Käfer. Ob das Absicht war von den Entwicklern?

Egal, dieser Käfer der Neuzeit vereint das Beste aus zwei Welten. Er sieht genauso knuffig aus wie der seit 2003 nicht mehr gebaute Vorgänger, nur fährt er sich so modern und präzise wie der neue Golf VII.

Das Cockpit des VW Beetle Cabrio macht richtig Retrolust …

Rummäkeln muss man nur am kleinen Kofferraum, der gerade mal zwei kleine und einen großen Mineralwasserkasten unterbringt. Aber das war beim Käfer auch nicht anders, nur dass der statt im Heck unter der Fronthaube keinen Platz hatte. Ja und da ist der Preis. Unser Testwagen mit der Bestmotorisierung und Vollausstattung hätte weit über 30 000 Euro gekostet. Ganz schön happig. Aber wenn die Luft so leicht ist wie an einem föhnigen Spätsommertag in Oberbayern, wenn ganz hinten am Ende des Ammersees die Alpen flirren und in der Auto-Anlage Konstantin Wecker davon singt, dass „wer nicht genießt, ungenießbar ist“… dann darf man ruhig in diesem Cabrio träumen …

RDF

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