Der Kleine startet durch

Mit Feuer unterm Hintern - Seat Ibiza Cupra

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Der Kleine startet durch: Erstkontakt mit dem neuen Seat Ibiza Cupra.

Preisfrage: Was braucht es, um als geplagter Stadtfahrer wieder Freude am Düsen zu haben? Bei Seat hätte man darauf durchaus eine Antwort: den Seat Ibiza Cupra.

Der Seat Ibiza Cupra ist ein Kleinwagen mit aktueller Entertainment-Technologie und einer ordentlichen Prise Pfeffer unter der Motorhaube. Wir konnten den kleinen Spanier, der unglaubliche 192 PS freisetzt und ab Januar 2016 bei den Händlern steht, Probe fahren.

192 Pferdestärken in einem Leichtgewicht von nur 1184 Kilogramm – das sorgt für Respekt, lässt es doch schon vor dem Start erahnen, wie viel Power in dem Kleinen steckt. Im Inneren kann man aber erst mal aufatmen. Die Sportsitze umfangen uns und vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Die klaren und einfachen Strukturen im Cockpit, das sportlich unten abgeflachte Multifunktionslenkrad und der gut zu erreichende Hebel der Sechsgang-Schaltung (Automatik gibt es nicht) des Dreitürers signalisieren – „alles im Griff“. Noch ein Satz zum Inneren: Die Oberflächen im neuen Ibiza Cupra sind sehr handschmeichelnd, dafür würden wir uns mehr Ablagen wünschen. Alles in allem fühlen wir uns gut aufgehoben.

So fährt sich der Seat Ibiza Cubra

So – und dann geht’s los. Auf einer abgesperrten Bergstrecke im katalanischen Hinterland zeigt der kleine Stier dank des neu entwickelten 1,8 TSI mit Turbolader seine Hörner. Mit einem um 70 auf 320 Nm angestiegenen Drehmoment im außergewöhnlich breiten Drehzahlbereich von 1450 bis 4200 U/min beweist der Zwerg, dass er den Schriftzug Cupra (kommt von CupRacer) zu Recht trägt. Die vom Hersteller versprochenen 6,7 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h zweifeln wir jedenfalls nicht an, auch die 235 km/h Endgeschwindigkeit erscheinen glaubhaft ... Für den Moment gilt es freilich, die Straße im Blick zu haben – und rechtzeitig einzulenken.

Hier zahlt sich die zweite Neuerung in Sachen Fahrdynamik aus: das serienmäßige Cupra Drive Profil. Der Fahrer kann per Knopdruck zwischen zwei Fahrwerksmodi wählen – Komfort und Sport. Wir haben uns vor Antritt der Bergstrecke für Sport entschieden. Das Fahrwerk wirkt nun strammer, fester, die Lenkung direkter. Mit Hilfe des elektronischen Sperrdifferenzials und dem serienmäßigen Stabilisierungssystem ESP zirkeln wir den Kleinen immer mutiger werdend und dabei sicher durch die schnellen Kurven. Keine Frage, die Bergstrecke ist die Stärke des Ibiza Cupra.

Von außen erkennt man den Ibiza Cupra u.a. an den schwarzen Außenspiegeln, dem schwarzen Kühlergrill und dem trapezförmigen Endrohr.

Für den Spaß, den ein ambitionierter Fuß auf dem Gaspedal bereitet, bekommt man zumeist die Quittung beim Blick auf die Verbrauchszahlen – oder nicht? Sechs Liter auf 100 Kilometer stehen im Datenblatt, wir brachten es auf Durchschnittswerte um die acht Liter. Ruft man aber die volle Leistung ab, sind auch schnell über zehn Liter durch die Leitungen geblasen. Dennoch: Uns erscheinen die Werte für den Cupra akzeptabel.

Bleibt abseits von beachtlicher Beschleunigung und beeindruckendem Leistungsspektrum noch die Frage nach der Alltagstauglichkeit in der Stadt. Hier kann man auf Annehmlichkeiten wie Touchscreen, Mirrorlink und Ähnliches zurückgreifen. Manko: Den rund vier Meter langen Ibiza Cupra gibt es nur als Dreitürer. Das lässt es für Fahrer, die auf der naturgemäß knapp bemessenen Rückbank Kindersitze zu verstauen haben, eng werden. Der Kofferraum hat mit 292 Litern Platz für Einkäufe, doch für eine Woche Feriengepäck müsste man schon die Rückbank umlegen.

Fazit

Ein sportlicher Spaßmacher für den singlenden oder verpaarten Stadtbewohner. Mit Anhang wird's schwierig. Darüber hinaus aber schnell, sicher, klar und attraktiv – man achte auf die 17-Zoll-Reifen. Ab 23.060 Euro. 

K. Basaran

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